Inhalt der Website

Friedrich Forssman
Schloßteichstraße 3
34131 Kassel
mail@kassel-mulang.de

Dank und Nachweise am Fuß der Seite.

Stadtteil Wilhelmshöhe

Inhalt dieser Seite

  • Das »Außenkommando Druseltal« des KZ Buchenwald
  • (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Ca.1915: »Oberes Druseltal« im Habichtswald.*5

    * * *


    Karte des Bergparks und von Teilen der Villenkolonie sowie des Habichtswaldes. Unten die Druseltalstraße. Aus einem Reiseführer der 1930er Jahre.*5

    Wahlershausen, Brasselsberg, Neu-Holland und Habichtswald

    Der Stadtteil Wilhelmshöhe besteht aus

    • dem Dorf Wahlershausen (1123 erstmals in einer Urkunde des Klosters Hasungen als »Warolfeshusen« erwähnt), direkt nördlich der Wilhelmshöher Allee, von dem sich noch viele alte Höfe und Gebäude sowie dörfliche Atmosphäre erhalten haben, dazu gehört auch die Bebauung an der Wilhelmshöher Allee westlich des Stadtteils »Vorderer Westen«;
    • dem Park Wilhelmshöhe mit seinen Gebäuden, darunter dem »chinesischen Dorf« Mou-lang und den oben beschriebenen Nebengebäuden;
    • der Villenkolonie Mulang,
    • der Nachkriegs-Bebauung südlich der Villenkolonie Mulang – das Quartier wird hier wegen seiner Straßennamen »Hessenviertel« genannt;
    • der Villenkolonie Neu-Holland;
    • der Gartenstadt Flüsseviertel;
    • der Marbachshöhe, einem neuen Quartier auf altem Kasernengelände;
    • dem Habichtswald, einem großen Waldgebiet, das westlich des Parks Wilhelmshöhe liegt und ihn an den Hängen des Hunrods-, Karls- und Hüttenbergs umfängt. Der Wald - zu großen Teilen Naturpark - und seine Ausflugsziele sind seit langem ein bevorzugtes Naherholungsgebiet Kassels;
    • sowie der Gartenstadt Brasselsberg. Sie wurde um 1900 gegründet und liegt südlich von Wilhelmshöhe am Saum des Habichtswaldes.
    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)



    2x Wahlershausen vom Rammelsberg nach Südwesten gesehen, 1907 und 1908 gestempelt. Rechts die Bürgerschule, heute Reformschule. Im Hintergrund links die Christuskirche, rechts die Villenkolonie mit dem Schornstein des Henkelschen E-Werks.*5



    2x Wahlershausen vom Rammelsberg nach Südosten gesehen, in Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe und Stadt, 1908 gestempelt und ca.1910.*5


    »Gruss aus Wahlershausen bei Cassel«, gestempelt 1904 – offenbar das Gasthaus am Rammelsberg darstellend.*5


    »Cassel Wahlershausen 1912«. – Das Haus scheint nicht mehr zu bestehen.*5


    »Landsturm Wahlershausen. Feldzug 1914«. Gesandt an »Familie Homburg, Langestraße« – gewiß Zimmermeister E.Homburg, Lange Straße 27 (Adreßbuch von 1915; das Haus ist sehr schön erhalten). Rückseite: hier klicken.*5

    * * *


    Die Wahlershausener Mühle. Aus einem Trambahn-Spiel von 1877 (Nachdruck 1984).*5

    Wahlershausen


    Wahlershausen, ca.1905: Die Friedrichstraße, heute Friedrich-Naumann-Straße.*5

    * * *


    Geschichtliches über Wahlershausen von Postsekretär Kaufmann, Cassel 1904. 32 Seiten. Gerne im Archiv einzusehen, noch besser: abzutippen.*5

    * * *


    Gasthaus am Rammelsberg, Rammelsbergstraße 4. Rechts die Nr.6. Links die Scheune, Nr.6a. Alles erhalten, das Gasthaus (1918: »Restaurant Fremder, Inh. A.Horchler«) ist auch noch eines und bietet bestes Bier und ebensolche Speisen in beachtlichen Portionen. Rückseitige Beschriftung des Fotos: »Mein Trupp beim Bau in Kassel-Wilhelmshöhe am 23.2.40.«.*5

    * * *


    Abriß der Wahlerhausener Mühle, ca.1970. Das herrliche, originelle Gebäude mußte dem »Haus der Kirche« Platz machen, welchselbes dem christlichen Armutsgebot immerhin in Punkto Gestaltung und Bauausführung Rechnung trägt. Hier ein Link zu Foto Marburg: ein Bild der alten Mühle.*23

    * * *

    Im Mulang-Archiv vorhanden:
    »Nachrichten (Miszellen) von Wahlershausen / Wilhelmshöhe, Kassel 1998. Von Karl Apel. 327 Seiten DIN A4, fotokopiert. Reizvolle Sammlung von allem Möglichen zur Wahlershäuser Geschichte und Gegenwart.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    X 1877: Ein Dampfzug der »Cassel Tramway Company Limited« bei der heutigen Haltestelle »Kurhessentherme«.*11


    X 1880: Das alte Endhaltestellen-Gebäude. Blick nach Südosten.*11


    X 1880: Das erste Gebäude von Süden.*11


    Ca.1895: Das selbe Foto auf einer Werbekarte für »Kasseler Hafer-Kakao«, Vorder- und Rückseite.*5

    * * *


    Nach 1910: Das neue Gebäude. »Ausblick aus dem Töchterheim Elisabethenhaus«, siehe den Beitrag dazu weiter unten.*5


    Das neue Gebäude.*5


    16.11.1910 gestempelt. (Ich fürchte, Herr Schimmelschmidt ist inzwischen verstorben.)*5


    Winter-Blick von Süden, 1903.*5


    An der Straße, gestempelt 1905. (Die Straße ist um 2008 neu gestaltet und mit Fußgängerampeln versehen worden).*5


    Straßenseite, um 1905.*5


    40er Jahre? Oder 50er? Vor der Station eine Schaffnerin.*5

    * * *

    2006 gab es Pläne, in die Wendeschleife der Straßenbahn einen Großparkplatz zu bauen. Das konnte verhindert werden – hier klicken für ein achtseitiges PDF mit Informationen; diese Blätter wurden von Gerd Fenner und FF verfaßt und verteilt.

    Die Straßenbahn-Endhaltestelle der Linie 1

    Die »1« war, wie der Name schon sagt, die erste Kasseler Straßenbahn – Kassel hatte aber auch die weltweit dritte Trambahn überhaupt; noch früher fuhren nur in Paris und Kopenhagen dampfbetriebene »Sekundärbahnen«. Und während in den beiden Vorgängerstädten schon lange keine Straßenbahn mehr fährt, ist die erste Kasseler Linie, die »1«, noch unter gleichem Namen auf der ursprünglichen Strecke unterwegs: Seit 1877 fährt sie vom Königsplatz zur Endhaltestelle am Fuße des Schloßparks.

    Georg Heinrich Wigand (siehe »Villenkolonie« / Wigandstraße) förderte den Bau dieser Bahn, nicht zuletzt, um das ebenfalls von ihm mit-initiierte Hotel »Pensionshaus Wilhelmshöhe«, Wigandstraße 5, leichter erreichbar zu machen. Schon 1870 betrieb er während der Industrie-Ausstellung (1.6. bis 5.10.) einen »Pferde-Omnibus-Verkehr« nach Wilhelmshöhe: »Selbstredend steigerte sich dadurch auch die Zahl der Besucher unserer schönen Wilhelmshöhe. Die mangelhaften Verkehrsverhältnisse zwischen Cassel und Wilhelmshöhe machten sich jetzt sehr fühlbar; wer nicht zu Fuß hinauf wandern wollte, konnte nur in einigen Zügen mit der Eisenbahn bis zum Wilhelmshöher Bahnhof fahren oder mußte eine Droschke benutzen, deren erschrecklich abgemagerte Pferde nicht imstande waren, ein flottes Tempo einzuschlagen. Um dieser Kalamität einigermaßen abzuhelfen, richtete der Buchhändler Wigand am Königsplatz Omnibusfahrten ein, die alle zwei Stunden von morgens früh 8 Uhr bis abends 10 Uhr von seinem Hause abfuhren und die Passagiere für 5 Silbergroschen bis an die Domäne Wilhelmshöhe und ebenso von dort zurückbeförderten. An den Wassertagen fuhren die Omnibusse von 12 Uhr ab stündlich. Die armen Pferde aber kamen mit den oft voll besetzten Wagen nur langsam vom Fleck, so daß man fast in derselben Zeit zu Fuß heraufkommen konnte.«*14/311

    1877 eröffnete die »Cassel Tramway Company Limited« den Dampfbahnbetrieb mit zwei in England gebauten Dampfmaschinen (nachdem Versuche mit einem Luftdruckantrieb gescheitert waren) sowie vier Personenwagen.

    Ebenfalls 1877 wurde ein hübsches spätklassizistisches Endhaltestellengebäude errichtet. Zunächst endeten die Gleise stumpf hinter dem Gebäude, die heutige Wendeschleife entstand erst später.


    »Cassel 1888« (handschriftlich auf der Rückseite): die Endhaltestelle im ersten Bauzustand. Beim Klicken ist das ganze Großfoto zu sehen mit Blick vom Rammelsberg auf den Bergpark.*5

    Schon 1898, ein Jahr vor der Elektrifizierung der Strecke, wurde das Endhaltestellengebäude durch das heutige denkmalgeschützte historistische Haus mit Dachreiter ersetzt, Architekt: Georg Kegel. Das Gebäude wurde 2007/08 trefflich saniert, eine Fußgängerunterführung an der Nordseite des Gebäudes ist dabei endlich zugeschüttet worden.


    Das neue Gebäude. Dieser Lichtdruck aus dem Mulang-Archiv (Verlag Ernst Wasmuth, Berlin: Architektur des XX. Jahrhunderts) wurde an die mhk ausgeliehen und diente unter anderem zur Rekonstruktion des Dachziegel-Musters.*5

    * * *


    Blick vom Rammelsberg auf das Hotel Schombardt (rechts, siehe das Teilkapitel unten), auf Schloß und Endhaltestelle und auf Straßenbahndepot; Turm und das Gebäude links sind erhalten. Siehe auch das Depot-Foto im Unterkapitel »Hotel Schombardt / Elisabethenhaus«. – Montage aus zwei Postkarten; die rechte zeigt einmontierte Wahlershäuser Kinder.*5

    Von Beginn des Kasseler Straßenbahn-Zeitalters an war das Depot da, wo es heute ist: zwischen Park Wilhelmshöhe und Dorf Wahlershausen am Fuße des Rammelsbergs (siehe auch »Villenkolonie« / »Panoramen«). 1881 hatte die »Casseler-Straßenbahn-Gesellschaft«, 1897 wiederum die »Große Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft« den Betrieb übernommen. 1908 kam der Betriebshof in der Holländischen Straße hinzu.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    X Blick vom Rammelsberg nach Westen, ca.1890. Hinten vor dem Schloß die Endhaltestelle der Linie 1 im ersten Bauzustand.*4


    X Blick vom Rammelsberg nach Westen, ca.1905. Die Endhaltestelle im zweiten Bauzustand, der bis heute besteht. Rechts »Hôtel & Pension Schombardt*5


    1908 (Stempel). Auf dem Schild links steht »Pension und Kaffee Schombardt / Aufgang zum Kaffee«.*5


    1910 (Stempel). Mit Aussichts-Plattform auf dem Rammelsberg.*5


    »Restaurationspark« und »Hôtelterrasse«, letztere die Plattform auf dem Restaurationspark-Gebäude.*2


    1906 (Stempel). Mit Bildern der Terrasse oben auf dem Berg und vom »Festsaal« im Hotel-Gebäude.*5


    1902: Der Betriebshof der Straßenbahn, im Hintergrund das Hotel Schombardt.*5

    * * *


    X Elisabethen-Haus. Postkarte von ca.1915.*5 »1.Turmzimmer / 2.Löwenburg / 3.Rembrandtzimmer / 4.Frl. Helenes Z. / 5.Pommenburg(?) / 6.Richterz. / 7.Beethovenz. / 8.großes Lesez. / 9 mit Balkon = kl. Lesez. / 10 = Spitzwegz.
    [verso:] Mein Zimmer kann man nicht sehen, es liegt nach hinten hinaus. Ist es nicht prachtvoll hier? Ja, schön! In den anderen Zimmern weiß ich gar keinen Bescheid.«


    1927. Links das lange Dach der damals ganz neuen Wohnanlage.*5


    X Elisabethenhaus, Ca.1930. Rückseite: »Kassel-Wilhelmshöhe, Weißensteinstraße 70, Elisabethenhaus, Kriegshilfsdienst.«*5


    Ca.1960: »Elisabethenhaus« ohne Turmspitze.*5

    * * *


    1964 gestempelt: »Erholungs- und Schulungsheim des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt. Am Rammelsberg 54.«*5

    * * *


    Ca.1970: »Kindertagesstätte Rammelsberg der Arbeiter-Wohlfahrt. Kassel, Weißensteinstraße 54. Spielplatz.«*5

    Hotel Schombardt / Elisabethenhaus am Rammelsberg

    Auf der Wilhelmshöher Seite des Rammelsbergs wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein Fachwerkhaus errichtet, als Wohn- oder Wochenendhaus oder gleich als Pension bzw. Hotel von Carl Schombardt? Das Kasseler Adreßbuch von 1896 nennt als Besitzerin jedenfalls »Schombardt, C.P., Wwe., Hotelbesitzerin, Hotel Schombardt.«

    Spätenstens ab diesem Zeitpunkt hat Frau Schombardt also die Familien-Hotels geleitet: neben dem »Hotel Schombardt« am Rammelsberg auch das nahegelegene »Schloßhotel« sowie das Hotel »Schloß Weißenstein« in der Landgraf-Karl-Straße, Ecke Wilhelmshöher Allee. Frau Schombardt verpachtete das Schloßhotel 1899 an Adolf Stecker und führte nur noch das Rammelsberg-Haus.*6

    1903 kam ein großer Hotelbau hinzu (heutige Adresse: Weißensteinstraße 70), »vermutlich nach Entwurf von Carl Jaentsch errichtet«*22 – dieses Haus hat die Zeiten überstanden und ziert immer noch den Westabhang des Rammelsberges. Ein oder zwei Jahre danach wurde oberhalb des Fachwerkhauses einen aufwendigen »Restaurationspark« samt großartiger Aussichtsplattform errichtet, der aber nur etwa fünf Jahre bestanden zu haben scheint.


    Hotel Schombardt: der Neubau (rechts). Postkarte, gestempelt 1903. Links das ältere Fachwerkhaus (siehe Bild von 1890 in der linken Spalte).*5


    »Restaurationspark« (rechts). Gestempelt 1906. Oben auf dem Rammelsberg hinter den Hotel-Häusern war dieses beeindruckende Gebäude errichtet worden. Von der oberen Plattform aus blickte man zum Park, ebenso aus dem darunterliegenden »Festsaal« (von dort aus freilich durch Bäume hindurch, siehe die 1910 gestempelte Postkarte in der linken Spalte).*5

    * * *

    Das Haus ging schon im Jahre 1910 an die Mathilde-Zimmer-Stiftung und wurde das »Elisabethenhaus«.
    Zum Thema »Töchterheime«: Hier klicken für eine Extra-Seite.


    »Mathilde-Zimmer-Stiftung / Elisabethenhaus / staatl. anerk. Haushaltungsschule«, ca.1915.*5

    Im Mulang-Archiv liegen vier ausführliche fotoreiche Darstellungen vom Leben in den Zimmerschen Töchterheimen vor, so auch aus dem Elisabethenhaus. Bei Interesse bitte melden, dann lade ich hier einiges hoch.

    Auf dem folgenden Bild sieht man einen Teil des erhaltenen, sehr schönen Siedlungsbau-Riegels Rammelsbergstraße 30–50 (man blickt hier auf das westliche Abschlußhaus) in seinem »an der Oberneustadt orientierten Stil der Zeit, entworfen von August Ernecke und ausgeführt 1925–27 für die Baugenossenschaft Deutscher Kriegsopfer.«*22


    Elisabethenhaus. Gestempelt 1947. Wo das hübsche kleine Pförtnerhaus stand, im Bild links, das offenbar zur genossenschaftlichen Wohnanlage gehörte und wo vorher das Fachwerkhaus gestanden hatte (dessen Abrißdatum mir nicht bekannt ist), steht seit 1967 ein Betonhaus.*5


    Das Pförtnerhaus, vorher und nachher.*23

    * * *

    Noch heute steht das schöne späthistoristische Gebäude, das einst von Frau Schombardt errichtet wurde; es ist Bestandteil eines architektonisch wohl vom Westwall inspirierten Gebäudekomplexes von 1967, der seit 1991 die »Verbände der landwirtschaftlichen Sozialversicherung« birgt; das Turmdach ist gestutzt worden.

    Siehe dazu auch das folgende Teilkapitel, »Die Pfeiffersche Villa«.

    * * *

    Hier klicken für einen HNA-»Blick zurück«-Bericht über den Rammelsberg, seine Geschichte und seine Gebäude; am Ende ist der Rammelsberg-Kindergarten erwähnt (siehe Bild links).*6

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Ca.1920. Postkarte.*24

    * * *




    Die Pfeiffersche Villa, 1970.*23


    Ca.1965: Luftbild von Wilhelmshöhe.*5


    HNA-»Blick zurück« 185 vom 7.1.1966 über die Familie Pfeiffer.*6

    Weitere Zeitungsartikel zum Abriß der Pfeifferschen Villa und zur nachfolgenden Beton-Orgie (auf die Titel klicken):
    – »Zwei Neubauten am Rammelsberg«, 28.7.1973.
    – »Die Pfeiffersche Villa«, 15.10.1973.
    – »Sinnvolle Nutzung unmöglich«, 19.10.1973.
    — »Wirbel um neues Projekt«, 28.5.1975.

    Die Pfeiffersche Villa am Rammelsberg

    Dort, wo der »Restaurationspark« des Hotels Schombardt gewesen war, befand sind in den 20er Jahren die Villa des Bankiers Karl Ludwig Pfeiffer. Er war Mitinhaber des Kasseler Bankhauses, das auch die Geschäfte der Gründung einer Aktiengesellschaft zwecks Errichtung des Pensionshauses Wilhelmshöhe (siehe »Villenkolonie« / Wigandstraße 5) geführt hatte. Pfeiffer, einer weitverzweigten und mit der Kasseler Geschichte vielfältig verbundenen Familie angehörend, war (unter vielem anderen) 1912 Mitgründer der »Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft« sowie Dr.h.c. der Universität Marburg.

    Das Kasseler Adreßbuch von 1919/20 sagt bei der Weißensteinstraße 72, daß dort wohnhaft sei: »Pfeiffer, K., Bankier« sowie »Hüneke, Karl, Gärtner Gths.«, das es also auch gegeben hat.


    Die Pfeiffersche Villa, 1970.*23

    Die Fotos von der Pfeifferschen Villa (mit Ausnahme des ersten in der linken Spalte) stammen aus dem Archiv Tilman Störmer. Er hat sie kurz vor dem Abriß aufgenommen. Das schöne Haus war dem brutalistischen Neubau der landwirtschaftlichen Sozialversicherung im Wege. Das ist nun mal der ästhetische Preis, den wir zahlen müssen – aber wofür nochmal gleich?


    Ausschnitt aus dem Luftbild (siehe linke Spalte).*5

    * * *

    Und immer wieder Hinweise von Dr.Christian Presche. Zur Pfeifferschen Villa schreibt er mir: »Ist Ihnen bekannt, dass kein geringerer als Theodor Fischer 1913 ein erstes Projekt für Pfeiffer entworfen hat, das dann aber nicht realisiert wurde?« – Das war mir nicht bekannt, aber nun ist es das – hier ist ein Link auf eine Seite der TUM mit zahlreichen Plänen und Zeichnungen der Fischer-Planung.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1904 gestempelt. Der Bahnhof Wilhelmshöhe mit Blick nach Nordwesten. (Das heutige Empfangs-(besser: Abschreckungs-)gebäude steht quer zu den Gleisen rechts.) Über das Bahnhofsdach lugt das Hotel Schloß Weißenstein.*5


    1902 gestempelt: Das »Schloss Weissenstein« allein auf weiter Flur.*5


    X 1908 gestempelt. »Hotel & Restaurant Schloss Weissenstein. Cassel. Bahnhof Wilhelmshöhe. Besitzer F. Belz. Durch mittelgeschickte Bildmontage steht das Haus scheinbar direkt am Bergpark.*5



    Um 1910: zweimal dieselbe Straßen-Ecke Wilhelmshöher Allee / Landgraf-Karl-Straße; das Haus hieß inzwischen »Hotel Schombardt«.*5

    * * *

    Aus den rechts genannten Privatalben der 1930er Jahre: Blicke aus dem Haus Nr.259:



    Blick auf das Dach der »Standard«-Tankstelle – zwei Fotos von stupender bildgestalterischer Qualität!*5


    Blick nach Norden auf Wahlershausen, im Hintergrund Gartenstadt und Kirche von Kirchditmold. Blick aus der Nr.259.*5


    Blick nach Nordosten, rechts an das obere Bild, links an dasjenige Bild (rechte Kolumne) anschließend, welches das Haus Nr.257 zeigt. Parallel zur Bahnstrecke, am hinteren Rand der großen Wiese, verläuft heute die Heßbergstraße. Die schräge Straße im Vordergrund ist die Bremelbachstraße. Links, mit Pilzdach: das Töchterheim »Haus Harre«, siehe weiter unten in diesem Kapitel.*5

    Wahlershausen:
    Hotel Schloß Weißenstein / Hotel Schombardt

    (Wilhelmshöher Allee 259)

    An der Einmündung der Landgraf-Karl-Straße in die Wilhelmshöher Allee steht heute noch ein Haus, dem man die einstige Pracht noch ansieht: das ehemalige Hotel »Schloß Weißenstein« (Besitzer: F.Belz) und spätere Hotel Schombardt (Carl Schombardt gründete auch das Hotel Schombardt am Rammelsberg und das Schloßhotel, siehe die entsprechenden Kapitel auf dieser Seite und der Seite »Park Wilhelmshöhe«). Im dritten Geschoß des Hauses wohnte jahrzehntelang die Komponistin Luise Greger (siehe »Persönlichkeiten«) und hielt dort hof.

    »Es entstand zu einer Zeit, als die Landgraf-Karl-Straße noch weitgehend unbebaut war. Um den hauptsächlich am Bahnhof Wilhelmshöhe eintreffenden illustren Gästen einen standesgemäßen Aufenthalt bieten zu können, war das Hotel um 1898 durch das Baugeschäft Sander & Köhler (Maurermeister und Architekt Ernst Sander, Kaufmann Georg Köhler) errichtet worden. Es veranschaulicht den Expansionsdrang der damaligen Zeit nach Westen und das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung. In einer zeitgenössischen Werbeschrift wird es als ein Haus ersten Ranges angepriesen. Der Hotelbetrieb nahm die unteren beiden Geschosse ein. Ab dem 2.Stockwerk hatten Sander & Köhler Wohnungen eingerichtet, die von sozial sehr unterschiedlich gestellten Mietern wir Architekten, Polizisten, aber auch Bürodienern bewohn waren. Allem Anschein nach erfüllten sich die kommerziellen Erwartungen nicht. Bis 1907 befand sich das Hotel im Besitz eines Herrn Belz. Bereits 1910 hatte es ein Herr Kreutz übernommen, 1912 wechselte abermals der Besitzer. Der neue Gastronom gab dem Gebäude auch seinen Namen. Das Hotel ›Schloß Weißenstein‹ wurde zum Hotel Schombardt. Schon 1914 wurde der Hotelbetrieb wieder eingestellt, der Restaurantbetrieb blieb. Später diente das Gebäude nur als Wohn- und Geschäftshaus.«*22

    Ob »F.Belz« mit dem Besitzer des »Etablissement Belz« in Bettenhausen identisch war? Hermsdorff berichtet im »Blick zurück 1324«: »Das ›Etablissement Belz‹ in Bettenhausen lud [Ostern 1890] zu einem großen Konzert mit dem ›Auftreten verschiedener Specialitäten und Ringkampf‹. Versprochen wurden ›100 MK Prämie demjenigen, welcher den Ringkämpfer besiegt‹.«*6

    * * *

    Fotos aus drei Privatalben, 1934–1936. Die Familie, die aus Köln nach Kassel gezogen war, wohnte in einem Obergeschoß des früheren »Hotels Schombardt« – wohl im Dachgeschoß, nach den Foto-Perspektiven zu schließen:


    Blick von der Wilhelmshöher Allee auf das Haus Nr.259. Nach links geht die Landgraf-Karl-Straße. Vor dem früheren »Hotel Schombardt« eine »Standard«-Tankstelle.*5


    Blick aus dem Haus Nr.259 auf die Nr.257 (rechts), heute »Hotel Kurfürst Wilhelm I«, links die Häusergruppe, in der heute das Lokal »Alt-Berliner Destille« ist; direkt dahinter der Graben der Bahnstrecke unter der Wilhelmshöher Allee.*5


    Aus heutiger Perspektive zunächst schwer einzuordnen (Dank an Yannick Schwarz): Blick aus der heutigen Goethestraße (damals Kaiserstraße); nach rechts führt die Regentenstraße. Links ist eine Ecke der Heinrich-Schütz-Schule zu sehen (damals Malwida-von-Meysenbug-Schule); auf dem Platz rechts seit 1936 das Gebäude des heutigen Bundessozialgerichtes (errichtet als Dienstgebäude des Wehrkreiskommandos IX). Die schräge Straße, in welche die Schienen auf dem Foto einbiegen, hieß damals Aschrottstraße; heute befindet sich dort die mehrspurige Straße des Graf-Bernadotte-Platzes, der nun orthogonal auf die Wilhelmshöher Alle trifft. Ganz im Hintergrund, direkt neben dem prominenten Mast, ist eine Kuppel des Hauses Nr.259 zu erkennen (wir danken für Ihre Aufmerksamkeit).*5

    Die drei Alben liegen im Mulang-Archiv und enthalten auch einige Bilder aus der Kasseler Innenstadt, etwa von Gleisbauarbeiten. Der Name der Familie geht nicht daraus hervor.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1909 gestempelt: »Gasthof Wimmer. Inhaber: Carl Keim«. In den 1970ern abgerissen.*5


    X 1936 gestempelt. »Gasthof Wimmer. Cassel-Wilhelmshöhe. Besitzer: Carl Keim«.*5


    Ca.1960: »Das Haus der guten Küche. Hotel ›Wimmer‹ – Bes. K. Wambach. ADAC-Hotel«.*5

    Wahlershausen: Gasthof Wimmer

    In kaum einem Kasseler Reiseführer bis zum Zweiten Weltkrieg fehlt ein Hinweis auf den »Gasthof Wimmer«. Die Adresse war Wilhelmshöher Allee 309, das wohl in den 70er Jahren abgerissene Haus stand also neben dem bekannten Geschäftshaus »Schwedes«. Heute steht dort die (leider sehr unschöne und unpassende) Halle des Malerbetriebs Schalles, der generationenlang von dieser verdienstlichen alt-Wahlershäuser Familie geführt wurde. Der alteingesessene Gasthof, gegründet von Justus Wimmer (1854–1931), fortgeführt von Karl bzw. Carl Keim, hatte eine für Kassel typische offene Garten-Holzhalle. Er spielte gelegentlich auch eine historische Rolle, etwa während der Revolutionswirren am Ende des Ersten Weltkriegs, als Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und seine Offiziere vom Wilhelmshöher Schloß aus drei Monate lang die Demobilisation der deutschen Truppen organisierten und dabei im Schloßhotel wohnten, denn »das Schloß gehöre dem Kaiser«. Die Verpflegung im Hotel war damals schlecht, also ging man lieber zu Wimmer. Hindenburg habe sich besonders gerne das »Weckewerk«, die berüchtigte Nordhessische Spezialität, servieren lassen (die Verpflegung muß wahrlich schlecht gewesen sein, wenn diese kulinarische Mutprobe eine willkommene Abwechslung war); er sei jeweils Punkt 19.55 Uhr erschienen und Punkt 22.55 Uhr wieder gegangen (versteh’ einer die Soldaten). Der unter Hindenburg bei seinen Besuchen geächzt habende Thonet-Stuhl wurde nach seiner Abreise mit einer Messingplakette versehen, die die Nachwelt darüber belehrte, wes’ Hintern dieses Möbel einst gedrückt.*6


    Anzeige von ca.1910.*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Ca.1902 (gestempelt 1914): »Café u. Weinrestaurant von L.Mergell.« Auf dem Bild des Hauses zu entziffern: »Café Weinrestaurant Radfahrerstation«.*5


    1907 gestempelt. »Gasthaus Wilhelmshöher Hof. Inhaber: Wilh. Schäfer«.*5

    Wahlershausen: Gaststätten an der Wilhelmshöher Allee

    »Café und Weinrestaurant Mergell«
    Das Adreßbuch von 1902 kennt für Wahlershausen einen »Mergell, Louis, Restaurant, Wilhelmshöher Allee 30 1/2«; die Hausnummer ist die Wahlershäuser Zählung. Ob es das war? Und wo genau das wohl war?

    »Wilhelmshöher Hof«
    Das muß auch in Wahlershausen gewesen sein. Wer weiß es besser? (Was muß der Inhaber auch »Wilhelm Schäfer« heißen!, beides arg häufige Namen zu jener Zeit in Cassel.)

    »Konditorei u. Café H.Braune«
    Nach dem Adreßbuch von 1910 in der Wilhelmshöher Allee 257:


    Ca.1902 (gestempelt 1914): »Café u. Weinrestaurant von L.Mergell.« Auf dem Bild des Hauses zu entziffern: »Café Weinrestaurant Radfahrerstation«.*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    X »Pensionat Bergér. Cassel-Wilhelmshöhe. Landgraf-Carlstr. 23.«, gestempelt 1910. »Fräulein M. Wagner / Zeitz / Kaiser-Wilhelmstr. / Liebes Mariechen! Herzl. Grüße aus Kassel sendt Euch allen Grete. Sonntag haben wir in ganz Kassel Blumen verkauft zum Besten eines Kindergartens. Dienstag haben wir die ganze kaiserliche Fam. mit Gefolge aus reiten sehen. Gestern waren wir in der Missionsausstellung u. dann im Marmorbad. Gestern Abend war großer Betrieb auf unserer Sperlingslust. Näheres kann ich auf einer Karte nicht schreiben aber im nächsten Brief. [...] Gestern waren wir unfreiwillig in Sperlingslust eingeschlossen [...] die Andern hatten aus Ulk die Flurtür abgeschlossen u. wir saßen 10 Uhr Abends 10 Mann hoch oben. Sind dann aber glücklich wieder in unsrer blauen Stube angelangt. Einen Schuh hatte ich verloren und mein Tuch.[...]«.*5


    »Töchterheim des hess. Diakonissenhauses«, ca.1920.*5

    Wahlershausen: Das »Pensionat Bergér«


    1902 (Stempel): Blick in die Landgraf-Karl-Straße, Kreuzung der Kunoldstraße. Links das Haus Nr.23.*5


    Ca.1915: Landgraf-Karl-Straße, links das Haus Nr.23, rechts daneben die reizende »Villa Dorothea«, Nr.25, erbaut um 1905 (erhalten). In der Bildmitte das ebenfalls erhaltene Doppelhaus, erbaut um 1900 als Mietshaus von Heinrich Schmidtmann. Weiter hinten die Nr.35 (erhalten).*2

    Im Haus Landgraf-Karl-Straße 23, das um 1895 entstanden sein mag (und das in den 2000er Jahren harmonisch vergrößert wurde), befand sich eines der zahlreichen Wilhelmshöher Pensionate. Zur Pension Bergér siehe auch das Kapitel »Villenkolonie«, Wigandstraße 6.

    Zum Thema »Töchterheime« gibt es auf dieser Website ein eigenes Kapitel: Hier klicken.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Um 1920: »Töchterheim ›Haus Harre‹. Cassel-Wilhelmshöhe. Bremelbachstraße 14.« Erhalten.*5

    Zum Thema »Töchterheime« gibt es auf dieser Website ein eigenes Kapitel: Hier klicken.

    Wahlershausen: Töchterheim »Haus Harre«


    1926 (Stempel).*5

    Das Haus mit seinem niedlichen Pilzdach ist erhalten. Die Haus-Fotos zeigen den Blick von Westen, direkt hinter dem Haus verläuft die Eisenbahnlinie – siehe eines der Fotos aus den 1930er Jahren bei »Hotel Schloß Weißenstein / Hotel Schombardt« in diesem Kapitel mit Blick aus einem Obergeschoß des Hotels.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Festschrift: »Schule Kassel-Wilhelmshöhe. 50jährige Jubiläumsfeier« 1954. 24 Seiten, einige Abbildungen, zahlreiche Anzeigen.*5 – Im Mulang-Archiv einzusehen.

    Wahlershausen: Bürgerschule / Reserve-Lazarett / Reformschule


    Das Schulgebäude als Reserve-Lazarett, datiert 1.10.1918.*5

    Die Bürgerschule ist heute die allseits beliebte Reformschule, über die auch der Autor dieser Website nur Gutes zu berichten weiß. Von der Schulstraße aus gesehen linkerhand ist in den 2010er Jahren ein Anbau errichtet worden, über welchen der damalige Direktor, der großartige Bernd Waltenberg, bei der Eröffnung äußerte, »man könne über den Erweiterungsbau sagen was man wolle, er sei jedenfalls grün.«

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1905 gestempelt.*5


    Ca.1910.*24


    Ca.1910.*5


    Ca.1910: Das Pfarrhaus (erhalten).*5


    1923 datiert. Auf dem Feld hinter den Bäumen rechts ist wenig später das Flüsseviertel entstanden.*5


    Ca.1920: »Gemeindehaus Cassel-Wilhelmshöhe Christusgemeinde«.*5 – »Eines der ersten evangelischen Gemeindehäuser der Region. Grundsteinlegung 19.7.1914, Einweihung 27.1.1916. Architekt Karl Ochs, offenbar unter Mitarbeit des Postbaurates Max Eiselen.«*22

    Wahlershausen: Die Christuskirche


    Christuskirche und Pfarrhaus, gestempelt 1909. Blick von der Landgraf-Karl-Straße nach Nordwesten.*5


    1920 in Berlin gestempelt: Blick nach Nordosten von einem Feld, auf dem heute formlose »Stadtvillen« stehen.*5

    »1902/03 erbaute Pfarrkirche des seit etwa 1890 sich ausdehnenden Wohn- und Villenviertels zwischen dem Bahnhof Wilhelmshöhe und dem Habichtswald. Die Grundsteinlegung erfolgte am 10.11.1902, die Weihe am 20.12.1903. Bei einem 1900 ausgelobten Architektenwettbewerb wurde der Entwurf von Johannes Roth (1861–1911) prämiert, der später auch die Friedenskirche im Vorderen Westen entworfen hatte.«*22

    Im Mulang-Archiv vorhanden:
    25 Jahre Evang. Christuskirche und Christusgemeinde Kassel-Wilhelmshöhe 1903–1928. Festschrift. Der Gemeinde überreicht von Pfarrer Metropolitan D.Dithmar. Selbstverlag, 48 Seiten, zahlreiche Abbildungen.
    Die evangelischen Pfarrer von Wahlershausen / Wilhelmshöhe. Ein Beitrag zur Geschichte der Kirchengemeinde von Karl Apel. 180 Seiten, Kassel 1988.
    90 Jahre Christus-Kirche Kassel-Wilhelmshöhe. Dokumente, Bilder und Namen aus der 90jährigen Gemeindegeschichte. Von Karl Apel. 212 Seiten, Kassel 1993

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1956: Der damals noch freie Blick vom Baugrundstück Feldbergstraße 1 / Ecke Odenwaldstraße nach Norden auf die Villenkolonie Mulang. Der spitze Turm links im Bild: Steinhöferstraße 11. Das große Dach rechts davon: Brabanter Straße 30. Der Turm rechts der Bildmitte, zwischen den Bäumen: Das »Ridinger Schloß«, Löwenburgstraße 3. .*5


    1956/57: Blick aus dem Neubau Feldbergstraße 1 auf die Villenkolonie, an das obere Bild rechts anschließend; ganz rechts sieht man das Kurhaus, Kurhausstraße 13.*5

    Das »Hessenviertel«

    So nenne ich wegen seiner hessischen Mittelgebirgs- und Bergnamen (mit Ausnahme Max Plancks, der weder Berg noch Hesse war) sowie in Ermangelung einer offiziellen Bezeichnung die Nachkriegs-Bebauung südlich des Drusel-Grünzugs, nördlich der Druseltalstraße, westlich der Kurhausstraße. Die Straßen des Viertels sind: Hunrodstraße, Westerwaldstraße, Niederwaldstraße, Odenwaldstraße, Ringgaustraße, Taununsstraße, Feldbergstraße, Max-Planck-Straße, Vogelsbergstraße.


    22.11.1956: »Einzug – Feldbergstraße 1«.*5 Das Foto, aufgenommen nach Westen, stammt aus einem Album der Besitzer, die den Bau des Hauses (Architekt: Fritz Sirrenberg) und einiger umliegender auf zahlreichen Bildern dokumentiert haben; einzusehen im Mulang-Archiv.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1910
    oder 1911, aus Brunnemanns Reiseführer: »Gartenstadt Brasselsberg. Lageplan der den Herren E.Wagner, J. [Julius] Eubell und K. [Carl] Rieck gehörigen Grundstücke.«*5


    1939
    datiert und gestempelt.*5


    1944
    datiert.*5


    1950?
    Oder älter?*5


    1963
    datiert.*5

    Brasselsberg

    Die Postkarten in der linken Spalte zeigen die Lage des besonders schönen Stadtteils, dessen Gartenstadt-Struktur gut erhalten ist, aber durch die üblichen schauderhaften »Stadtvillen« unter beachtlichem Druck steht.

    Zur Geschichte:
    – Siehe den Eintrag Brasselsberg auf RegioWiki.
    – Hier ein Link auf die Website der AG Stadtteilkultur Brasselsberg.
    – Und hier einer auf die Seite der SPD Brasselsberg mit historischen Bildern.
    – Das vortreffliche Werk »Brigitte Warlich-Schenk (Hg.): Kulturdenkmäler in Hessen, Stadt Kassel III« enthält ein langes Kapitel zum Brasselsberg.*22


    Ca.1910: Die »Gartenstadt Brasselsberg«. Siehe das Kapitel »Stadtteil Wilhelmshöhe«.*13


    Ca.1960: Montage aus zwei Postkarten.*13

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Ca.1930
    . »Hauswirtschaftliche Frauenschule des Ev. Diakonievereins. Töchterheim am Brasselsberg«. Erhalten.*5


    1935
    gestempelt. Rückseitentext wie oben, aber »Hauswirtschaftliche« gestrichen.*5


    30er Jahre
    . Privatfoto, wohl eines »Heimchens«.*5


    Ca.1935
    . »Gartenstadt Brasselsberg. Töchterheim mit Blick auf Bismarckturm«.*5


    Nach 1955
    . »Katharina Wittenburg-Haus«.*5


    1932
    : »Die Frauenschule des evang. Diakonie-Vereins: ›Töchterheim am Brasselsberg‹« Zwei Seiten voller sehr großer Worte aus sehr dunklen Zeiten aus dem »Mitteilungsblatt des Verkehrsvereins Kassel«, zugesandt von Karl-Hermann Wegner. Rückseite: hier klicken.*5

    Brasselsberg: Das Wiederholdsche Gutshaus


    1915 gestempelt: »Töchterheim am Brasselsberg«.*5


    Ca.1915, rückseitig: »Töchterheim am Brasselsberg«.*5

    »Bauherr war der Kurarzt Dr. Moritz Wiederhold (1949–1906) [siehe »Kurort Wilhelmshöhe«, »Dr.Wiederhold«], der den landwirtschaftlichen Betrieb zur Versorgung seiner Kuranstalt am Mulang einrichten ließ. Vom ehemaligen Wiederholdschen Gutshof am Brasselsberg sind noch das frühere Gutshaus und die zugehörige Gärtnerei erhalten. Seit 1911 diente das Gebäude dem evangelischen Diakonieverein als Ausbildungsstätte (»Töchterheim«), 1915 kamen das Gärtnerhaus und zugehöriges Land zum Töchterheim; inzwischen sind die beiden Gebäude wieder in getrennten Händen. [...] Am 10.7.1911 wurde die Internatsschule ›Töchterheim am Brasselsberg‹ [...] eröffnet. Träger war der evangelische Diakonieverein. 1919–21 hatte die Stadtwehr Brasselsberg ihr Standquartier im Südflügel des Töchterheims. 1938 wurde es zum Flüchtlingswohnheim. 1942 wurde hier eine Schwesternvorschule eröffnet. 1943 musste das Haus für die ausgebombte Frauenklinik in Kassel geräumt werden. 1944 wurde die Schwesternvorschule verlegt. 1945–50 war hier Durchgangsstation für über 250 Flüchtlinge und Schwestern. 1954 eerfolgten der Anbau und Dachausbau. 1955 wurde das Wiederholdhaus in ›Katharina-Wittenburg-Haus‹ umbenannt und di einjährige Haushaltsschule erneut eingerichtet. 1966 wurde die Schwesternvorschule wieder eröffnet. Zwischen 1983 und 2006 befand sich dort das Wohnheim ›Katharina-Wittenburg-Haus‹ des Blauen Kreuzes, derzeit (2008) wird es zu Wohnzwecken umgebaut.«*22

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1902
    »Besitzer: Heinr. Henkes«.*5


    1918
    »Inh.: H.Henkes«.*5


    1939
    gestempelt. »Bes.: Heinrich Henkes Wwe.«.*5


    1943
    gestempelt: »Bes.: Heinrich Henkes Wwe.«.*5


    50er Jahre
    »Gasthaus »Zum Brasselsberg« (Henkes-Fehr). Inh. Kurt Thomas«.*5

    Brasselsberg: Gasthaus Brasselsberg

    Damalige Adresse: Bergstraße 67. Das Haus ist erhalten, dient aber nicht mehr als Gasthaus.


    Ca.1905, da der Turm erst 1904 fertig wurde: »Gasthaus Brasselsberg. In: H.Henkes. Blick auf Bismarckturm«.*5


    1908
    gestempelt.*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Ca.1910: »Gruß aus dem Restaurant u. Pensionshaus z. Bismarckturm. Besitzer: Heinrich Vollgraff«.*5


    1910 oder 1911: Anzeige aus »Brunnemanns Reiseführer«.*5

    Brasselsberg: Zum Bismarckturm

    Das Haus wurde 1910 als Gasthaus errichtet. Es war Haltestelle der Herkulesbahn, steht noch an der heutigen Konrad-Adenauer-Straße, ist aber keine Gaststätte mehr.


    Gestempelt 1915, zusätzliche Stempel: »Feldpostkarte« und »Verbandstation Bahnhof Kassel-O.«.*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1905:
    Steinernes Schweinchen.*5


    1960
    (Stempel): »Inh. Wilhelm Rossi«.*5


    1960
    (Stempel): »Inh. W.Marschall. Blick vom Tal zu den 3 Terrassen«.*5

    Brasselsberg: Das Steinerne Schweinchen

    Ein Lokal schräg gegenüber dem Restaurant »Zum Bismarckturm«, das dort schon seit etwa 1900 betrieben wird, zunächst von Heinrich Köther. Heute bietet das beliebte Haus ein Hotel, ein Restaurant mit gehobener Küche und nebenan unter gleicher Leitung einen Brauereigasthof. Auf der Website des Hotels und Restaurants (hier klicken) befindet (oder doch: befand) sich auch eine kurze Geschichte des Hauses, aus der hier zitiert wird:

    »Das Hotel-Restaurant »Zum Steinernen Schweinchen« wurde 1864 als Postkutschenstation erbaut. Gegenüber [...] befand sich zu damaliger Zeit ein Steinbruch. Dort wurde ein Stein entdeckt, der eine verblüffende ähnlichkeit zu einem Schweinerücken aufwies. Somit war schnell ein Name für die Poststation gefunden. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das »Steinerne Schweinchen« zum beliebten Ausflugslokal. [...] Im 2. Weltkrieg wurde ein Großteil des Hauses zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte 1951. Danach widerfuhr dem Haus noch größere Ehren, da bekannte Filmfestspiele in Kassel im Hotel Reiss abgehalten wurden und [...] Filmstars wie Rudolf Platte, Hans Moser usw. im »Steinernen Schweinchen« übernachteten. [...] Ende der 60er Jahre wurde das Haus gastronomisch geschlossen. Bis 1994 beherbergte das Haus Asylanten, Sprachenschule, Gymnasium usw. Die letzten 12 Jahre war es zur Bauruine deklassiert und vom Keller bis zum Dachboden ausgebrannt. [...] Familie Nähler kaufte das Anwesen 1994 und brachte, nach einer umfangreichen Renovierung, den Glanz der alten Zeit zurück.«


    Anzeige von ca.1910.
    *5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)



    X Zwei Postkarten vom Gasthaus Zeche Marie, 20er Jahre. *5

    Brasselsberg: Das Gasthaus »Zeche Marie«,

    im Druseltal gelegen, hatte seinen Namen von der nahegelegenen Braunkohlengrube. Der Besitzer war vor dem Zweiten Weltkrieg ein »H.Dung«. Das Haus ist sehr schön erhalten.


    1942 gestempelt. »Gast- und Kaffeehaus ›Zeche Marie‹. Kassel-Wilhelmshöhe-Brasselsberg. Herrlich im Hochwald gelegener Ausflugsort mit Terrassengarten.«*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    »Café Waldfrieden
    Kassel-Wilhelmshöhe
    am Brasselsberg
    «. Postkarte von ca.1920.*7

    * * *


    »Kaffee und Gaststätte ›Zum Bergschlößchen‹. Inh. L.Hemmerich«, ca.1960.*5

    * * *


    Schwengebergstraße 13. Gestempelt 1910. Erhalten. Rückseite: hier klicken.*5


    Schwengebergstraße 13, ca.1960. Zur Erläuterung: siehe den langen Text rechts.*Wolfgang Erhardt

    Frühere Adreß-Bezeichnungen dieses Hauses: Hasenhecke 13 (bis 1936/37) bzw. Hasenhecke 95 1/2 (bis Anfang der 1920er Jahre).

    * * *



    Nordshäuser Straße 12. Postkarte, gestempelt 1918.*5

    Brasselsberg: Café Waldfrieden und weitere Häuser

    Links oben: Das Café Waldfrieden wurde bis in die 60er Jahre von der Familie Lose betrieben. »Nach dem Krieg erhielt es einen kleinen Anbau und war bis in die 70er Jahre Hotel und Pension. Es steht noch nahezu unverändert in der Brasselsbergstraße 1a. Das Untergeschoß des kleinen Seitenflügels beherbergte eine Backstube, in der ausgezeichnete Sahnebeutel entstanden sein müssen.« (Dank an Yannick Philipp Schwarz.)

    * * *


    »Café Waldheim. Inh. Martha Jacob. Bergstraße 14«. 1930 datiert.*5

    * * *

    Dr.Christian Presche schreibt zum Haus Schwengebergstraße 13:

    »Inzwischen hatte ich bei Herrn Rüffert, der in der AG Stadtteilkultur Brasselsberg aktiv ist, einmal wegen des Bildes nachgefragt, und nun hat er mehrere Erben bzw. Verwandte der damaligen Hauseigentümerin angerufen; der Verbleib des Originalbilds ist derzeit unbekannt, es stammt aber ursprünglich nicht aus dem Familienbesitz (Erhardt), sondern scheint seinerzeit beim Kauf des Hauses mit übergeben worden zu sein. Gemäß Herrn Rüffert, der diese Angabe wohl schon von längerer Zeit aus der Familie erhalten hat, soll das Haus 1908 erbaut sein, womit es eines der ältesten Häuser am Brasselsberg ist.

    Die Denkmaltopographie ist ja leider nicht sehr auskunftsfreudig. Auf einem Lageplan vom Oktober 1911 (Denkmaltopographie Stadt Kassel III, S.48) ist es schon eingetragen, bislang ist die 1910 abgestempelte Ansichtskarte der älteste gesicherte Nachweis des Hauses. Es gehörte um 1912/13 einer ›Frau Beer‹, vielleicht aus der Kasseler Kaufmannsfamilie Beer; so könnten Rudolf und Anna Beer mit ihren beiden Söhnen (*13.2.1903 und 27.2.1905) auf der Ansichtskarte zu sehen sein, bevor Rudolf Beer am 17.7.1911 im Alter von 42 Jahren starb (Geburts- und Todesmeldungen sind in der Zeitschrift Hessenland zu finden); geheiratet hatten beide irgendwann um 1901/02 (Verlobung Dez. 1900).

    Anscheinend 1916 verkaufte (?) Rudolf Beers Witwe Anna / ›Frau Beer‹ (?) das Haus an Anna von Doerr, Witwe des Majors d.D. Alexander von Doerr, die nun zumindest im Adreßbuchteil für die Gartenstadt Brasselsberg mit dieser Anschrift geführt wird. Sie gab Anfang der 1920er Jahre ihre Kasseler Wohnung auf, zog sich anscheinend ganz an den Brasselsberg zurück, und zugleich wird dort nun auch Frl. Margrit von Doerr geführt. Nach dem Tod (?) Anna von Doerrs 1925 übernahm Margrit von Doerr das Haus, und statt Anna von Doerr nennen die Adreßbücher nun die Gräfin Annemarie von Posadowsky (*1885).«

    * * *

    Dr.Christian Presche schreibt zum Haus Nordshäuser Straße 12:

    »Der Garten vor dem Haus ist allerdings heute als eigenes Grundstück abgetrennt, der Postkarten-Blick durch den großen Neubau 12a gänzlich verstellt. Und im Laufe der Zeit sind auch kleinere Änderungen und Anbauten am Gebäude vorgenommen worden.«

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    »Gruß von der Dönche«, ca.1910.*5 Die Karte zeigt rechts oben und unten den Schießstand - es gab ein Schützenhaus mit Schießstand hinter dem Herkulesbahn-Depot und zum anderen Militär-Schießstände an der Rasenallee / Heinrich-Schütz-Allee, heute zwischen Dachsbergstraße und Landesfeuerwehrschule. (Mal wieder Dank an Dr. Christian Presche für die Hinweise.)

    Das Naturschutzgebiet »Dönche« östlich von Brasselsberg

    Die Dönche zählt mit 206 Hektar zu den größten innerstädtischen Grünanlagen Deutschlands. Hier geht’s zum Wikipedia-Eintrag.


    1904 gestempelt. Auf dem Hause steht allerhand: »Gasthaus zur Dönche – Georg Krause – Ausspannung – Restauration v. Georg Krause«.*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    »Weg nach Neuholland«, Ca.1910.*5


    Neuholland mit gleichnamiger Gastwirtschaft, ca.1910.*5

    * * *


    »Haus Dr. v. Behm,Cassel-Wilhelmshöhe, Krähhahnstraße 2«. Privat-Postkarte von ca.1910.*24

    * * *


    »Wilhelmshöhe-Cassel, Kindererholungsheim Villa Waldfrieden«, Hüttenbergstraße. 1917 gestempelt. – Siehe nebenstehende Erläuterungen.*5

    Neu-Holland

    In der Druseltalstraße, an einer Haltestelle der Herkulesbahn, entstand zu Füßen des »kleinen Herkules« zwischen den Anhöhen »Hüttenberg«, »Kleinem Steinkopf« und »Habichtspiel« die Gastwirtschaft »Neu-Holland« (siehe weiter unten), in deren Nähe bald eine kleine Villenkolonie wuchs: das sehr hübsche Neuholland mit der Hüttenberg- und der Krähhahnstraße. Siehe auch das Kapitel »Herkulesbahn«.


    X Ca.1905: »Cassel-Wahlershausen. Villenkolonie im Druseltal«.*5

    * * *

    Kindererholungsheim Villa Waldfrieden
    (Bild: siehe linke Kolumne)
    Dr.Christian Presche schreibt mir: »Das recht originelle und auffällige Haus steht heute noch, Hüttenbergstraße 18 / Krähhahnstraße; der Blick auf der Ansichtskarte geht aus der Krähhahnstraße nach Westen zur Hüttenbergstraße. Erbaut vom Maler Prof. Karl Brünner, vom ihm dauerhaft bezogen am 1.4.1915. Er starb 1918. Gemäß den Adreßbüchern für 1919, 1925 und 1929 gehörte das Haus damals seiner Witwe (1925 und 1929: Hohenzollernstraße 116; 1925 von einem Major Alexander Bernay bewohnt, 1929 von einem Kellner Hans Koch). Danach wurde es 1929 offenbar an jene Elly (Elisabeth) Heumann verkauft (Hüttenbergstraße 14), die dort nun das Kindererholungsheim betrieb. Sie dürfte verwandt sein mit dem Bergwerksdirektor Heumann, der dort ab 1930 außerdem wohnte. Für 1934 wird er sogar als Eigentümer geführt. Für 1935 erscheint es (wieder im Eigentum von Elisabeth Heumann, ohne Carl Heumann) als BDM-Gauschulungsheim.«

    Er ergänzt später: »Im Adreßbuch für 1911 ist das Haus schon aufgeführt, dann scheint aber endgültig Schluß zu sein. Vor allem aber fand ich in der Denkmaltopographie Stadt Kassel III auf S.31 ein Bild des Hauses, von der Kasseler Gewerbe-Ausstellung 1905! Das Haus (im Kern ein Fachwerkbau) war demnach dort ausgestellt gewesen, wie auch das Haus Korbacher Straße 359, und dann von Prof. Brünner erworben und in der Hüttenbergstraße wiederaufgebaut worden:
    ›Landhaus in Ecklage zur Krähhahnstraße, 1905 entworfen von dem Architekten W. Tourté für die Firma A. Schmidtmann & Scheele, in diesem Jahr auf der großen Gewerbeausstellung an der Orangerie aufgebaut und als »Einfamilien-Landhaus« im Sinne eines Musterhauses ausgestattet von namhaften Kasseler Handwerkern. Nach der Ausstellung abgebrochen und »in etwas veränderter Form und verbesserter Ausstattung« in einer »anmutigen Gartenanlage unter dem Namen Waldfrieden« am heutigen Standort wieder errichtet.‹
    *22

    Das Gebäude wurde anscheinend 1906/07 an der Hüttenbergstraße wiederaufgebaut (im Adreßbuch für 1907 als Neubau verzeichnet). Da es sich weiterhin im Besitz der Firma Schmidtmann & Scheele befand, kann man vermuten, daß es weiterhin als Musterhaus diente. Erst 1911, nach dem Fortzug Julius Scheeles aus Kassel und seinem Ausstieg aus der Firma, scheint August Schmidtmann es vermietet zu haben, an den Kgl. Förster a.D. Heinrich Curth und die Witwe Marie Weisse (Wwe. des Geh. Kanzleirats), 1913 dann an Frl. Ottilie Volz, die dort jenes Kindererholungsheim eröffnete, das die Ansichtskarte zeigt. Für 1917 (und damit dort erstmals 1916 wohnhaft) ist außerdem A. Schäfer verzeichnet, vermutlich die Ehefrau des Kasseler Lehrers Dr. phil. Bernhard Schäfer, Prof. am Oberrealgymnasium I (Kölnische Straße). Danach liefern die Adreßbücher leider keine weiteren Informationen, und Mitte 1919 werden keine Bewohner mehr genannt. Bis Mitte 1920 hatte Schmidtmann das Gebäude dann schließlich an den Großkaufmann C. F. Has, Nahlstraße 9, verkauft.«

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1913 gestempelt. »Druseltal. Tuffkegel im Basaltbruch des Hunrodberges mit Aussichtspunkt Möllersruhe«.*5


    X 1905 gestempelt. »Wilhelmshöhe – Möller’s Ruh«.*5 (In der linken oberen Ecke der Karte sieht man eine umgeknickte Briefmarke. Wem die sogenannte »Briefmarkensprache« nicht bekannt ist, der klicke hier, um auf eine Website zu diesem Thema zu gelangen.)

    Neu-Holland: Möller’s Ruh oder Möllersruhe


    1903 gestempelt. »Möllersruhe«. An der Hüttenwand wohl ein Schild des »Verschönerungs-Vereins zu Kassel« (letzterer übrigens mitgegründet und lange vorgesessen von Heinrich Schmidtmann).*5

    Oberhalb des einstigen Standortes der Goßmannschen Heilanstalt, am Eingang des Druseltals (und des heutigen Standortes des Augustinums) stand ein Rindenhäuschen, das ein Lieblings-Ruheplatz eines Herrn Möller war. Auf der unteren Postkarte ist am Baum hinter der Terrasse ein Schild auszumachen: Man entziffert gerade noch »Warnung«. Wohl davor, daß es dort steil hinuntergeht, und das tut es heute noch. Die Hütte ist freilich verschwunden.

    Nach Auskuft unseres Gewährsmannes Yannick Philipp Schwarz soll es dort einen Gedenkstein geben oder gegeben haben, der an das Scheidemann-Attentat erinnert. »Das Häuschen Möllersruhe ist dahin. Das ganze Areal ist durchzogen von romantischen Wegen die sich an die steilen Kanten der alten Steinbrüche schmiegen. Zum Teil wird man mit grandiosen Aussichten belohnt, auch werden sehr spannende Einblicke in den großen Steinbruch gewährt. An der Stelle der Möllersruhe ist noch heute ein Plateau zu erkennen. Allerdings führen nun sechs große Sandsteinstufen zu einer Art von Altar hinauf. Der Altar ist etwas 150 mal 100 Zentimeter groß und aus grobem Basalt gemauert. Es handelt sich wohl um Reste der Möllersruhe« ...

    Durch Klicken auf diese Worte öffnet sich ein Fenster mit einem Hermsdorff-Beitrag über Reinhard Hochapfel, auf dessen Anregung hin ein Weg von Möllersruh zum Asch angelegt ward.

    Und hier ein Link mit einem Hermsdorff-Bericht zum Blausäure-Attentat auf Scheidemann unweit von Möllersruhe.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    X 1904: »Gruss aus der Restauration u. Pension von H. von Vultée, Neue Drusel bei Wilhelmshöhe«.*2


    1905 gestempelt.*5


    1906 gestempelt.*5


    X 1914. Mit Wagen der Herkulesbahn.*2


    1937 gestempelt.*5


    1950er oder 60er : Gepäckaufkleber.*5


    1975 datiert.*5


    1910 oder 1911: Anzeige aus »Brunnemanns Reiseführer«.*5

    Neu-Holland: Neue Drusel

    Die »Neue Drusel« wurde in der Druseltalstraße als Gasthaus erbaut. (Siehe auch das Kapitel »Herkulesbahn«.)


    1901. Eines der wunderbaren Winterbilder von G.Leonhardt.*5


    1910 gestempelt. Auf dem Schild: »Zum Park der Neuen Drusel. Wilhelmine von Vultée«.*5


    1918 gestempelt. Mit neuem schickem Anbau, der immer noch genau so aussieht.*5

    Das Haus und ist nach vielerlei Nachkriegs-Nutzungen seit 1950 wieder als Hotel und Gasthaus unter der Leitung der Familie Simon in Betrieb. Für die Website hier klicken. Einige Zitate aus der historischen Abteilung dieser Website:

    »Das Hotel ›Neue Drusel‹ hat in seinen bestehenden Jahrzehnten schon vielen Zwecken, beispielsweise als Entbindungsheim, Krankenhaus und Truppenquartier gedient. Schon vor dem zweiten Weltkrieg wurde es als beliebtes Ausflugslokal angesehen. Familien spazierten aus der Stadt mit Kind und Kegel nach Wilhelmshöhe, um hier gemütlich einzukehren. Mit der Neueröffnung am 15. Januar 1950, nach der kriegsbedingten Zweckentfremdung wurde die Neugestaltung der Gasträume und Zimmer nach selbst entworfenen Plänen des Eigentümers und bekannten Hoteliers Oskar Simon, durchgeführt. Da sich das Hotel bereits seit 60 Jahren im Besitz der Familie Simon befindet und während dieser ganzen Zeit an Grundsätzen, wie den Gästen nur das Beste zu bieten, festhält, gilt es als Haus mit Tradition.«

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1901: »Restaurant z. ›Alten Drusel‹«.*5


    1909: »Herkulesbahn. Alte Drusel (Lösers Sommerfrische)«.*5


    1915 gestempelt. Auf dem Haus ein Schild »Lösers Sommerfrische«.*5 Erhalten. – Im Hintergrund das hübsche »Kaffeemühlen«-Häuschen Druseltalstraße 103. Hier ein älteres Bild dieses Hauses, übersandt von der Besitzerin:

    * * *


    X »Lösers Sommerfrische und Gasthaus ›Alte Drusel‹ bei Wilhelmshöhe. Haltestelle der Herkulesbahn«. Anzeige von ca.1910 aus »Brunnemanns Reiseführer«.*5


    Ca.1920: »Gaststätte und Pension ›Alte Drusel‹. gegr.1695. Bes. Julius Löser«.*5


    1950 gestempelt: »Bes. L.Lesch«.*5


    1916 gestempelt. Eine Episode in der Hausgeschichte: »Lösers Sommerfrische u. Restaurant[bis hierher ausgestrichen] alte Drusel«, überstempelt: »Fischers Privat-Töchterheim«, Frau G.Fischer (siehe Anzeige rechts).*5

    Neu-Holland: Lösers Sommerfrische und Gasthaus »Alte Drusel«

    Die »Restauration zur Drusel« war ein breites Haus mit drei Zwerchhäusern an der Druseltalstraße, laut dem Text einer Postkarte »gegründet 1695«; das Haus könnte so alt gewesen sein. Es wurde in den späten 50ern oder 60ern abgerissen.


    1893 datiert.*5

    Das Nebenhaus: »Großvolumiges Wohnhaus, erbaut um 1898 als ›Sommerfrische‹ (Kur- bzw. Pensionshaus) von dem Gastwirt der Alten Drusel, Nikolaus Löser. Nutzung auch als Töchterheim, in den dreißiger Jahren im Besitz der Bergbaufirma Piepmeyer [siehe das Kapitel »Villenkolonie«, dort Kurhausstraße 13], spätestens ab 1966 Wohnhaus des 1962 gegründeten Werkhofes Drusel des karitativen Arbeitstherapeutischen Vereins.«*22 – Das Haus ist erhalten.


    1904 gestempelt. Links die »Alte Drusel«, rechts »Löser’s Sommerfrische«.*5


    1907 gestempelt.*5

    * * *

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    1900 gestempelt.*5


    1904.*5


    X Gastwirtschaft »Neu-Holland, Wilhelmshöhe. Bes. H.Hofmann.« Ca.1905.*5


    1920.*5


    1958 datiert.*5

    Gastwirtschaft »Neu-Holland«


    1909 gestempelt. »Herkulesbahn bei Haltestelle ›Neuholland‹«. Zum Turm-Haus rechts hinten: siehe Eintrag weiter unten, bei »Haus Elim«.*5


    Anzeige von ca.1910.
    *5

    * * *

    Das Haus gibt es weiterhin – und es ist erfreulicherweise weiterhin eine Gastwirtschaft mit Gästezimmern – hier klicken für den Link auf die Haus-Website, auf der auch einiges zur Haus-Geschichte zu finden ist.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Ca.1920: »Pensionshaus Habichtswalderhöhe (Bohl)«, Hüttenbergstraße 14. Auf dem Hause steht »Erholungsheim«.*5


    20er Jahre.*5


    30er Jahre.*5

    Neu-Holland: Pension Habichtswalderhöhe


    Ca.1920: »Pensionshaus Habichtswalderhöhe«.*5

    Das Gebäude mit seiner lustigen Knick-Ecke war in den 60er oder 70er Jahren das »Hotel Quisisana«, ist erhalten und dient heute als Wohnhaus.


    »Hotel Quisisana«, ca.1970.*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)



    1960/1966 gestempelt. »Marienkrankenhaus. Innere Abteilung. Krähhahnstraße 8«. Erhalten.*5

    Neu-Holland: Sonnenhof

    »In Rücklage älterer Gebäudeteil aus der Zeit um 1913 im Stil eines Chalets. Seit der Mitte der 30er Jahre deutliche Vergrößerung des Gebäudes und seit 1934/35 Nutzung als Diätkurheim ›Sonnenhof‹ [betrieben von Lotte Seel]. Seit langem Erholungsheim der katholischen Kirche.«*22 – Website: hier klicken.


    Anzeige von ca.1930.*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    10er/20er Jahre: »Christliches Erholungsheim ›Elim‹, Wilhelmshöhe«*5


    1970 gestempelt. »Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel. Schwestern-Erholungsheim ›Elim‹. Hüttenberg 12.«*5

    Neu-Holland: Haus Elim

    im Druseltal gelegen, hatte seinen Namen von der nahegelegenen Braunkohlengrube. Der Besitzer war vor dem 2. Weltkrieg ein »H. Dung«; über die Geschichte des Hauses ist weiter (noch) nichts bekannt.


    1914 gestempelt. »Kassel. Druseltal. Elim.«*5 – Rechts im Hintergrund das auffällige Haus Krähhahnstraße 11: »Außergewöhnlich gestaltetes kleines historistisches Landhaus der Familie Prevot aus der Zeit um 1913«*22; wo der Turm aus dem Dach ragt, ist ein passendes Querhaus hinzugekommen.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)

    Silbersee:


    X 1959 gestempelt: Gaststätte Silbersee nordwestlich des Herkules.*5

    * * *

    Firnsbachtal / Herbsthäuschen:


    1952 gestempelt. »Gaststätte Zum Firnsbachtal. Inh. Werner Reuter. Habichtswald 6«.*5


    60er: »Gaststätte Firnsbachtal. Bes. J.Scheuren«.*5


    80er: »Gaststätte ›Oberes Firnsbachtal‹ (Herbsthäuschen). Bes. Irmgard Scheuren«.*5

    * * *

    »Habichtswalder Berggarten«:


    80er: »Ausflugsort Habichtswalder Berggarten. Frie[...]g. 20 Minuten hinter dem Herkules.«.*5

    Habichtswald-Gaststätten:

    Die »Gaststätte Silbersee«,

    in den 50er Jahren in Besitz von Alois Hanak, ist auch heute noch in umgebautem und erweitertem Gebäude ein originelles Ausflugsziel, das nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen ist. – Nein: war!: April 2020: Die Gaststätte schließt. Hier ein HNA-Bericht.

    * * *

    »Oberes Firnsbachtal« / »Herbsthäuschen«


    1915 gestempelt: Das alte Herbsthäuschen.*5

    Wenn man mit dem Bus der Linie 43 (ab Druseltal, Endhaltestelle der Straßenbahn-Linie 4) zum »Essigberg« fährt und am Ausflugslokal »Hohes Gras« vorbei zu Tale schreitet, stößt man heute noch auf ein »Herbsthäuschen«. Der erste Bau ist verschollen, der zweite, eine flache Baracke, ist um das Jahr 2000 abgebrannt. Heute steht dort ein behagliches, sehr beliebtes Lokal.

    * * *

    »Alte Zeche Herkules«


    1930 gestempelt. »Alte Zeche Herkules ›Steigerhaus‹«.*5

    Wenn man mit dem Bus der Linie 43 (ab Druseltal, Endhaltestelle der Straßenbahn-Linie 4) zum »Essigberg« fährt und am Ausflugslokal »Hohes Gras« vorbei zu Tale schreitet, stößt man heute noch auf ein »Herbsthäuschen«. Der erste Bau ist verschollen, der zweite, eine flache Baracke, ist um das Jahr 2000 abgebrannt. Heute steht dort ein behagliches, sehr beliebtes Lokal.

    * * *

    Vom »Habichtswalder Berggarten« habe ich bislang nur diese – auch noch ordentlich – lädierte Postkarte aufgetrieben. Ort und Verbleib des einst gastlichen Ortes verschwinden im Dämmer der Geschichte.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Elfbuchen. Rückseitig hs. datiert: »5. Sept. 1906.«*5


    Elfbuchen, Privatfoto, hs. datiert: »1962«.*5


    Elfbuchen, 1975 gestempelt.*5

    Habichtswald: Elfbuchen


    1889 datiert.*5

    1879 errichtete der »Verschönerungsverein zu Cassel« unter Beteiligung des Mulang-Gründers Heinrich Schmidtmann den Aussichtsturm Elfbuchen mit Steinen aus Habichtswalder Basalttuff. Die Einweigung erfolgte am 18. September 1879. Das danebenliegende Hotel und Restaurant ist in Betrieb, unter Leitung der Familie Fischer; der Turm ist aus Baufälligkeitsgründen nicht mehr besteigbar. Hier ein Link auf den Wikipedia-Eintrag; hier einer zum Hotel und Restaurant.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    X 1957 gestempelt. Gast- und Pensionshaus »Zur Igelsburg«, 50er Jahre.*5


    1921 gestempelt. »Gasthaus zur Igelsburg. Besitz. S.Frede.«.*5

    Habichtswald: Igelsburg


    1920 datiert.*5

    »Wer recht der Ruhe pflegen will, / ein Plätzchen suchet freundlich still, / dem sei am Habichtswaldesrand / das Gasthaus ›Igelsburg‹ genannt. // Gast- und Pensionshaus zur ›Igelsburg‹ am Habichtswald bei Kassel, 466 m.ü.d.M. Post Dörnberg über Kassel 7 – Ruf Zierenberg 208 / Pächter Fritz Lempke«. So steht es auf der Rückseite der Karte von 1957 gedruckt. Heute hängt dort ein Schild: »Igelsburg ist keine Gaststätte«.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    X 1902.*5


    1910 oder 1911: Anzeige aus »Brunnemanns Reiseführer«.*5


    X Ca.1921.*5


    X 30er Jahre. »Berggasthaus ›Hohes Gras‹. Inhaber Fritz Noll.«.*5


    X 1935 gestempelt.*5

    Habichtswald: Aussichtsturm und Restaurant »Hohes Gras«

    Wenn man durch den Bergpark, vorbei am Herkules geradeaus durch den Habichtswald wandert, kommt man erst zum »Essigberg« und dann zum »Hohen Gras«, der mit 615 Metern über NN höchsten Erhebung des Naturparks Habichtswald.


    1911 gestempelt.*5

    Auf dem Hohen Gras steht seit 1904 ein Aussichtsturm, der inzwischen von den umstehenden Bäumen überragt wird und dessen Krone von einem Funk-Aufsatz eingenommen wird. Besichtigung ist eingeschränkt möglich. Das Lokal wird erfreulicherweise noch betrieben.


    Zwei »Bausteine« des Hessischen Gebirgsvereins zum Erhalt des Hohe-Gras-Hauses, 1924.*5

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


    Nach 1928: »Erholungshaus Habichtswald«. Postkarte.*5


    X 1926: »Bergamt Habichtswald«.*20


    X Privatphoto, 1933.*20


    1950: »Kneipp-Kinderheim Haus Habichtswald.« Beim Klicken auf das Bild öffnet sich ein PDF.*20

    Habichtswald: Das Kinderheim Lauterbad
    auf den Höhen des Habichtswaldes, unfern des Golfverein-Hauses.

    »Ehemaliger Verwaltungssitz (Bergamt) des staatlichen Bergbaus im Habichtswald, 1867 aufgelöst und in die Stadt verlegt. Später Oberförsterei. Seit April 1929 Beamten-Erholungsheim, heute Kinderheim Lauterbad mit Erweiterungsbauten, wobei die Form einer dreiseitig geschlossenen Hofanlage gewahrt blieb. Symmetrischer, fünfachsiger, zweigeschossiger Putzbau aus der Zeit um 1835, 1928 für die neue Nutzung nach Plänen des Preußischen Hochbauamtes verändert.«*22


    »Preußisches Beamten-Erholungsheim«, ca.1935.*20

    Bei der Wiederaufnahme des Kurbetriebes in Bad Wilhelmshöhe wurde es in den 50er Jahren zum »Kneipp-Kinderheim Haus Habichtswald«. Das Haus stand unter Leitung von Dr. Oskar Kluthe – ebenso wie das »Gesundheitshaus Wilhelmshöhe«, die frühere Goßmannsche Anstalt. Siehe das Kapitel »Kurort Wilhelmshöhe«.

    Heute (2020) ist es das »Heil- und Erziehungsinstitut Lauterbad«. Zum Namen und der Funktion einige Zitate aus der sehr gelungenen und informationsreichen Website:
      »Kinder, die in ihrer Entwicklung hinter Gleichaltrigen zurückbleiben, bedürfen zur Entfaltung der auch in ihnen liegenden Fähigkeiten ganz besonderer Obhut und Sorgfalt in der Erziehung. 
      Es ist für  viele von ihnen schwer, diese intensive Betreuung in ihren  Familien und den  öffentlichen Schulen zu finden. Für diese Kinder mussten deshalb innerhalb des sozialen Lebens Bereiche entstehen, wo ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung getragen werden kann. Als ein solcher Ort versteht sich das Heil- und Erziehungsinstitut Lauterbad.
      Der Name »Lauterbad« hat seinen Ursprung in dem kleinen Ort Lauterbad / Schwarzwald, wo im Februar 1950 die heilpädagogische Arbeit im Institut ihren Anfang nahm. 1958-59 zog die gesamte Einrichtung von Süddeutschland nach Kassel um; der Name wurde bis heute beibehalten.
    «
      Für die Website des Kinderheims Lauterbad bitte hier klicken.

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)

    Auf der Website der Universität Kassel findet sich der vollständige und überaus beeindruckende Text des Häftlings »Alfred F. Groeneveld: Im Außenkommando Kassel des KZ Buchenwald. (Nationalsozialismus in Nordhessen – Schriften zur regionalen Zeitgeschichte, Band 13) Kassel 1991.« Hier klicken.

    Siehe auch das Kapitel »Villenkolonie«, Unterkapitel »Außenkommando Druseltal«.


    X Der »Waldweg« oder »Panoramaweg«. Postkarte von ca.1910. Hinter uns lag das Goßmannsche Sanatorium (wo heute die Augustinum-Türme stehen), wir blicken auf die Villenkolonie. Der auffällige Turm gehört zum Haus Steinhöferstraße 11 (im Krieg zerstört). Wenn man den Weg 100m weitergeht, sieht man zur Linken die bis heute erhaltenen SS-Baracken (Adresse: Panoramaweg 1/1a). Diesen Weg hatten die in den Baracken beschäftigten Häftlinge täglich zweimal in einer Kolonne zurückzulegen, bewacht von Mannschaften und gebissen von Hunden.*5

    Das »Außenkommando Druseltal« des KZ Buchenwald

    »KZ-Häftlinge bildeten im nationalsozialistischen Ausbeutungs- und Terrorsystem eine eigene Kategorie, da es, anders als bei den Zwangsarbeitern, nicht primär um die Ausnutzung ihrer Arbeitskraft ging. In ihrem Fall war die Arbeit ein Mittel zu ihrer Vernichtung, das zudem noch Profit abzuwerfen versprach.« (Heinz Wegener, Untersuchung zur Situation der Zwangsarbeiter in Kassel im Zweiten Weltkrieg, Juni 2002, www.stadt-kassel.de, Suchbegriff »Druseltal«)

    Aus dem Heft »kassel ..... anders gesehen! Führer zu den Stätten des Widerstands, der Verfolung und des Krieges (Kasseler Hefte 1)«*15:

    »KZ-Außenlager Druseltal
    In Kassel waren nicht nur russische Zwangsarbeiter in Rüstungsbetrieben und für andere Aufgaben eingesetzt, sondern auch Häftlinge des KZ Buchenwald.
      Im Druseltal
    [...] wurde ein Außenkommando mit über 150 Häftlingen im Sommer 1943 eingerichtet. Aufgabe der Häftlinge war es u.a, Erd- und Bauarbeiten für Haus, Bunker und andere Anlagen des Höheren SS- und Polizei-Führers Erbprinz von Waldeck und Pyrmont auszuführen.
      
    [Josias Georg Wilhelm Adolf Fürst zu Waldeck und Pyrmont; er gehörte zum »Jungdeutschen Orden« und war das erste Mitglied des alten deutschen Adels, das von der SS rekrutiert wurde. *Arolsen 13.05.1896, †Schaumburg 30.11.1967. Die Website des »Simon Wiesenthal Center« schreibt: »An SS general, Waldeck-Pyrmont set up the ›Bureau for the Germanization of Eastern Peoples.‹ The Buchenwald concentration camp was under his jurisdiction and he ordered the execution of Karl Koch, Commandant of Buchenwald, for the crime of profiteering. Sentenced to life by an American court in Dachau, he was freed because of ill health.« Siehe auch: Anke Schmeling: »Der Höhere SS- und Polizeiführer Josias Erbprinz zu Waldeck und Pyrmont«, in: Alfred Groeneveld, a.a.O.]
      Die Häftlinge waren in einem ehemaligen Fabriksaal untergebracht, in dem die Feldbetten vierstöckig, in Einzelfällen fünfstöckig übereinander standen. Es waren rund 120 Betten vorhanden, so daß nur wenige zu dritt in zwei Betten schlafen mußten, wie ein ehemaliger Häftling berichtet.
      Die Bewachung dieses Lagers hatte die »grüne Polizei« übernommen, nicht die SS-Truppe selber. Aber auch in dieser Situation kam es zu Mißhandlungen von Häftlingen.
      Trotz aller Schwierigkeiten gelang es den Häftlingen, eine illegale Lagerorganisation zu bilden, Kontakte nach außerhalb des Lagers zu entwickeln und diese zur Beschaffung von zusätzlichen Lebensmitteln, Postverkehr mit den Angehörigen etc. zu nutzen. Auch über die tatsächliche militärische und politische Lage hatten die Häftlinge durch das Abhören eingeschmuggelter Radioapparate Kenntnis. Im Lager waren deutsche und ausländische Häftlinge. Insgesamt sieben von ihnen, drei deutschen und vier sowjetischen Häftlingen, gelang 1943 die Flucht, als sie bei Bauarbeiten außerhalb des Lagers eingesetzt waren. Zwei von ihnen wurden jedoch später wieder unter falschem Namen ins KZ Buchenwald eingeliefert. Dort sorgte die illegale Lagerorganisation der Häftlinge, an der auch Kasseler Antifaschisten beteiligt waren, dafür, daß die Flüchtlinge nicht von der SS wiedererkannt wurden. Dies rettete ihnen das Leben.
      Das Kommando Druseltal wurde im Februar/März 1945 aufgelöst und die Häftlinge nach Buchenwald zurückgebracht, wo sie bis zur Selbstbefreiung des Lagers am 11. April 1945 eingekerkert blieben.

    Baunsbergstraße / An den Eichen
    Die Häftlinge des Außenkommandos Druseltal mußten an mehreren Stellen der Stadt die Bauten für die SS errichten. Dazu gehörten nach dem Bericht eines Häftlings:
    1. Zwei Baracken für die Höhere Polizei und SS-Führung
    [die heute noch vorhandenen Baracken am Panoramaweg, also oberhalb des Anthoniwegs in Mulang]
    2. Die Erfassungsstelle für die Waffen-SS Werra-Fulda
    3. Eine Baracke für die Gestapo/SD
    4. Eine Baracke für die Ordnungspolizei
    5. Eine Baracke für die SS-Maiden
    6. Eine Reservebaracke
    7. Eine Großgarage
    8. Zwei Luftschutzbunker in Form von Stollen, die in die Berge führten (Bericht Richard Thiele)
    [Nach Groeneveld ein Stollen bei den Baracken am Panoramaweg und einer in der Nähe des Außenlagers in der Druseltalstraße].
    Diese Arbeiten, die auch hier in der Gegend verrichtet wurden, fanden vor den Augen der Kasseler öffentlichkeit statt.
    «

    Zitat vom »Bildungsserver Hessen«
    (2020: genaue Quelle nicht mehr auffindbar; das Zitat bleibt dennoch hier stehen):
    »05.07.1943 – In Kassel-Druseltal wird für Bauarbeiten an SS-Bunkern ein Außenkommando des KZ Buchenwald mit zunächst 120 zumeist ausländischen Häftlingen eingerichtet. Als weitere Außenstellen von Buchenwald firmieren die im Sommer 1944 bei den Sprengstoffwerken in Allendorf und Hessisch-Lichtenau-Fürstenhagen eingerichteten Kommandos mit je 1.000 meist ungarischen Jüdinnen aus Auschwitz.«

    (Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)

    Dank an
    Gerd Fenner
    Dr.Helmuth Greger
    Dr.Christian Presche
    Dieter Rüsseler
    Herrn Bernd Sieber
    Stadtmuseum Kassel

    Nachweise
    *1 Familienarchiv Greger
    *2 Sammlung Rolf Lang, Niestetal
    *3 Ortsbeirat Brasselsberg (Hg.): Brasselsberg – Geschichte und Anekdoten, Kassel o.J. (ca.1990)
    *4 Stadtmuseum Kassel
    *5 Sammlung Feyll/Forssman
    *6 Wolfgang Hermsdorff, Ein Blick zurück, Reproduktion der HNA-Serie, zusammeng. m. Registern und Quellenverz. v. Hiltgunde Thiele, Kassel 1992.
    *7 Sammlung Sieber, Kassel
    *8 Hans-Christoph Dittscheid: Kassel-Wilhelmshöhe und die Krise des Schloßbaus am Ende des Ancien Régime, Worms 1987.
    *9 Gottfried Ganßauge: Die Umgestaltung der Wilhelmshöher Schloßwache, in: Hessische Heimat, 1. Jahrgang 1951, Heft 1, Kassel 1951.
    *10 Paul Heidelbach: Die Geschichte der Wilhelmshöhe, Leipzig 1909
    *11 UniversitätsBibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
    *12 Alois Holtmeyer: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel
    *13 1877–1977 – Dampfbahn, Pferdebahn, elektrische Straßenbahn – Ein Jahrhundert Nahverkehr in Kassel, 3. Auflage, Kassel 1986
    *14 Heinrich Schmidtmann: Erinnerungsbilder, Kassel 1910
    *15 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, Kreisvereinigung Kassel (Hrsg.): kassel ..... anders gesehen! Führer zu den Stätten des Widerstands, der Verfolung und des Krieges (Kasseler Hefte 1), Kassel 1983
    *16 W. Döring: Beschreibung des Kurfürstlichen Landsitzes Wilhelmshöhe bey Kassel. Mit Kurfürstlich Hessischem gnädigsten Privilegio, Cassel 1804
    *17 Archiv Yannick Philipp Schwarz, Kassel
    *18 Sammlung K.-P. Wieddekind
    *19 Sammlung Dieter Rüsseler
    *20 Sammlung H.-W. Hess
    *21 Motivschmiede, Kassel (www.Motivschmiede.de)
    *22
    Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Brigitte Warlich-Schenk (Hg.): Kulturdenkmäler in Hessen, Stadt Kassel III, Stuttgart 2008
    *23 Nachlaß Tilman Störmer; Dank an Gerd Fenner, Kassel
    *24 Sammlung Dieter Rüsseler