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Probleme
Verkehrskonzept
für Bad Wilhelmshöhe?
Verkehr im Bergpark: Mulangstraße
Lärm im Kurgebiet
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Weil er so bezeichnend ist, hier ein Ausschnitt aus einer »Verlags-Sonderseite«
der HNA: »Der Bergpark Wilhelmshöhe ist derzeit herbstlich
geschmückt. Autofahrer können sich in Richtung Rasenallee
an der gelb-grünen Vielfalt erfreuen.« So soll man
»Kassels schönste Seite« nach Ansicht des Schloßhotel-Betreibers
erleben. (01.11.2003)
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Immer
dringender fehlt ein Verkehrskonzept für Bad Wilhelmshöhe.
Im Zuge der Planungen zum Museumspark Kassel-Wilhelmshöhe wurde
von Stadtbaurat Bernd Streitberger ein »Umgehungsstraßen«-Plan
präsentiert, der für den Bergpark und das Kurgebiet
Bad Wilhelmshöhe in höchstem Maße schädlich,
womöglich sogar fatal wäre. Quelle für diese
Pläne und die Lage der Umgehungsstraße ist der unten
aufgeführte Beitrag in der HNA vom 12.09.2003 unter dem irreführenden
Titel »Zwei Varianten für Park-Entlastung«. Der
Plan ist offensichtlich unausgegoren und stellt einen weiteren
Versuch der Stadt Kassel dar, Welterbe-Planung ans Land Hessen zu
delegieren; der Plan wurde offenbar nicht einmal vor seiner Präsentation
mit dem Land abgesprochen. Das macht ihn aber nicht weniger gefährlich.
Karte und Kommentar
Der HNA-Artikel
Stellungnahme des Vereins »Bürger
für das Welterbe Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und
Wilhelmsthal e.V.«
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Zur Erläuterung der Situation eine Karte auf
Basis einer Zeichnung aus einem Kur-Prospekt von ca. 1935 (die Abbildung
findet sich ohne die Linien am Anfang des Kapitels »Villenkolonie«).
Eingezeichnet sind:
Parkgrenzen (grün)
Verkehrsströme (rot)
geplante Straße (violett)
Ayurveda-Kurklinik (gelb)
Die rot markierte Straße, die innerhalb des Parks links am
Lac entlangführt, ist die Mulangstraße. Nach rechts
führt als dicke rote Linie die Tulpenallee, die weiter
rechts in die Rasenallee übergeht. Quer durch den Park, mit
Ableger zum »Kaskaden-Restaurant« führt die unsägliche
»Kommunalstraße«, auf der jeder vollkommen
legal mit dem PKW an Aqädukt, Pluto-Grotte und Löwenburg
vorbeibrausen kann.
Die violette Linie zeigt die Position der geplanten
sogenannten »Entlastungs-Straßen«
die weiter gefaßte, offenbar zur Zeit favorisierte, ist die
»Variante 2«, die engere die »Variante 1«.
Diese Varianten, die beide komplett innerhalb der allerengsten
Kernzonen des Welterbes liegen, sind die Antwort auf folgende
falsche Frage: »Wie entlastet man nur das Museum
und zwar nur auf dem Grund und Boden des Landes?« Die
richtige Frage wäre: »Wie entlastet man am sinnvollsten
Park und Museum und Kurgebiet?«
Das gesamte Areal auf der Karte inklusive des Hunrodsbergs
(auf dem man oben den Asch-See erkennt) liegt im »Kurgebiet
entspr. Bekanntmachung der Stadt Kassel vom 4.11.02«.
Ausgerechnet direkt vor der Ayurveda-Kurklinik treffen sich
Wilhelmshöher Allee, Tulpenallee und die Steigungsstrecke der
Mulangstraße:

Die lärm- und abgasreiche Einmündung der Mulangstraße
in die Wilhelmshöher Allee. Nach rechts geht die Tulpenallee
ab. Hinter dem historischen »Aufsichters-Haus« von
ca. 1795 die Klinik.
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(durch Daraufklicken springt eine größere
Karte auf.)
Obwohl der Bergpark seit 17 Jahren (!) auf der Tentativ-Liste
für das UNESCO-Welterbe steht, gibt es kein Verkehrskonzept,
aber jede Menge Durchgangsverkehr und Chaos bei jeder Großveranstaltung.
Außerdem ist Kassel-Bad Wilhelmshöhe seit der
Neu-Verleihung des Prädikats vor etwa drei Jahren deutschlandweit
das einzige »Bad« ohne jedes Verkehrskonzept.
Im Zuge des geplanten Ausbaus von Schloß und
Nebengebäuden zum »Museumspark Wilhelmshöhe«
werden Forderungen nach Verlegung des erheblichen Verkehrs auf der
Tulpen- und Rasenallee laut. Zwischen Schloß und Marstall
hindurch sowie an der Kurklinik vorbei fahren pro Tag je nach Quelle
8.000 bis 12.000 Autos.
Der »Museumspark Wilhelmshöhe« ist
eine großartige Idee, die für die herausragenden
Kasseler Sammlungen, für die Initiative zur Europäischen
Kulturhauptstadt 2010 und durch sinnvolle Planung von Verkehr und
Tourismus auch für das Welterbe-Prädikat segensreich sein
könnte. Diese Website mit ihren Hinweisen zum »Chinesischen Dorf
Mou-lang« versteht sich ausdrücklich als Beitrag zu
den Museumspark-Plänen.
Die Planung dieser »Umgehungsstraße«
aber bedeutet die Erwägung von Straßenneubau im Park
Wilhelmshöhe und damit die buchstäbliche Zementierung
der unhaltbaren Situation, daß es massiven Durchgangsverkehr
im Bergpark und im Kurgebiet von Bad Wilhelmshöhe gibt.
Es gibt keine »unwichtigen« Stellen im Park, schon gar
nicht das parkhistorisch sehr bedeutende Gebiet des Neuen Wasserfalls,
das schon jetzt durch den Verkehr auf der Tulpenallee schwer gestört
wird.
Diese neue Planung ist Flickwerk, bei dem das
Vorhaben »Museumspark« auf Kosten von »Welterbe«
und »Bad« gefördert würde.
Am Ende des oben zitierten Beitrags in der HNA
werden Überlegungen einer Straßenbahn-Wendeschleife
im »Bereich Ballhaus/Schloßhotel« dargestellt.
Alle diese Planungen finden im unbestrittenen Kernzonengebiet
des künftigen UNESCO-Welterbes statt und verstoßen gegen
die Welterbe-Statuten der UNESCO, die »Echtheit und Unversehrtheit«
fordern.
Was Welterbe und Museumspark und Bad
Wilhelmshöhe brauchen, ist ein Verkehrskonzept, das von einem
kompetenten Planungsbüro nach einem ergebnisoffenen Projektverlauf
aufgestellt wird und in dem alle wichtigen Belange (Welterbe, Museen
und Kur) Berücksichtigung finden. Wenn diese Planung nicht
jetzt erfolgt, braucht man sich über die Zukunft von Welterbe,
Museumspark und Kurbetrieb bald keine Gedanken mehr zu machen.
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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Das Foto im nebenstehenden HNA-Beitrag zeigt die
Tulpenallee mit Blick nach Süden, also zum Schloß hin.
Hinten links sieht man die Gewächshäuser der Park-Gärtnerei.
Wenige Meter hinter der Stelle, an der der Fotograf des Bildes
stand, wäre bereits die Einmündung der fatalen Neubaustrecke.
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Die Meldung in der HNA vom
12.09.2003 (durch Daraufklicken öffnet sich ein Fenster
mit größerem Bild):
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Das Areal des Neuen Wasserfalls
mit Blick über das Prinzenquell-Areal nach Harleshausen und
Kassel. Das Idyll trügt: die unten rechts erkennbare
Tulpenallee sorgt für eine ständige parkfeindliche Lärmkulisse.
Die Einmündung der Neubaustrecke läge zu Füßen
des hier gezeigten Hügels; dieses wertvolle Areal wäre
auf unabsehbare Zeit zerstört. Zitate von der Website
des »Vereins Bürger für das Welterbe«:
»Die Parkgestaltung im Bereich
des Neuen Wasserfalls, dem jüngsten Teil des heutigen Parks,
ist vielen Parkbesuchern unbekannt. Wilhelm IX. hatte das in dieser
Gegend gelegene Gut Juliusstein erworben und dort eine Baumschule
betrieben. Mit dem Beginn der Arbeiten am Neuen Wasserfall wurde
zunächst die Baumschule verlegt. 1826 begann Karl Friedrich
Steinhofer mit der eigentlichen Gestaltung des Neuen Wasserfalls.
Er gilt als das bedeutendste Werk des Inspektors der Brunnen.
Im Zuge des Baus des Neuen Wasserfalls wurde der
Parkbereich in seiner Umgebung von Wilhelm Hentze angelegt und
stellt die späte Entwicklung des Landschafts-Parks dar.
Es wurde auf gebaute Parkelemente verzichtet und stattdessen »reine
Natur« geschaffen. Durch die Pflanzung von Einzelbäumen,
kleineren und größerer Baumgruppen wurden einmalige
Parkräume geschaffen. An verschiedenen Stellen wird die
umgebende Landschaft mit einbezogen.«
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Stellungnahme an die HNA von
Prof. Hardy Fischer, dem Vorsitzenden des Vereins »Bürger
für das Welterbe Park Wilhelmshöhe, Karlsaue und
Wilhelmsthal e.V.«:
Kassel, den 12.09.03
Sehr geehrter Herr Dr. Pézsa,
sehr geehrter Herr Siemon,
gestatten Sie mir einige Anmerkungen zu dem o.a. Artikel:
Hat man bisher auf den Hinweis nicht reagiert, die UNESCO würde
entsprechend ihren Richtlinien Durchgangsverkehr einem Welterbe-Gartendenkmal
ablehnen, legt man nun aufgrund der Museumsparkidee eine Hast an
den Tag, die verwunderlich ist. Man kann vermuten, daß hier
einiges präjudiziert werden soll. Denn eigentlich ist man sowieso
der Meinung, die Welterbegeschichte sei allein Sache des Landes,
zumindest zeigt man schon mal, wie das Land planen solle:
Wenn es um die Tulpenallee geht, dann nur eine kleine Verschwenkung
auf jeden Fall auf dem Landesgrundstück. Nur ja keine Konsequenzen,
die die Stadt tangieren könnten. Es geht aber darum, das unversehrte
und echte historische Erbe (UNESCO-Richtlinien) zu schützen
und von Seiten des Vertragsstaates nicht von Seiten des Vereins
alles zu verhindern, was dem entgegenläuft. Deshalb
sind die schnellen Vorschläge, die dies ignorieren, keine Lösung:
Straßenneubau soll im Park (denn dort verlaufen die beiden
Alternativen) durchgeführt werden.
»Dem Verein gehen diese Überlegungen längst nicht
weit genug«, schreiben Sie. Nicht nur durch diese Äußerung,
auch durch die Äußerungen vieler Bürger wird mir
klar, dass man über das UNESCO-Welterbe, das Verfahren und
die Rolle des Vereins falsche Vorstellungen hat. Zum Welterbe selbst
habe ich einige Informationen angefügt, die zu kennen notwendig
ist, um die Bemühungen um die Welterbebewerbung zu verdeutlichen.
[bitte
hier klicken] Sie sollten eigentlich allen Redakteuren,
erst Recht allen städtischen Planern vorliegen, was ich hiermit
versuche. Der Verein selbst wird oft in einem Licht gezeigt, als
wolle er alles Mögliche verhindern. Dem ist nicht so. Es sind
auch keine Vereinsmarotten, wenn wir etwas anmerken, sondern wir
weisen nur auf die Regeln der UNESCO hin und auf die Probleme, die
man selbst schafft, wenn man diese Regeln nicht einhält. Würden
die Planungen und Überlegungen dem entsprechen, wären
unsere Mahnungen vollkommen überflüssig und wir könnten
uns dem zuwenden, was eigentlich unser Anliegen ist: Förderung
des Welterbeanliegens als Dialog der Kulturen, Förderung der
historischen Gärten, Förderung einer Welterbestadt Kassel.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Hardy Fischer
Vorsitzender »Bürger für das Welterbe Park
Wilhelmshöhe, Karlsaue und Wilhelmsthal e.V.«
www.kassel-welterbe.de
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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Mulangstraße
Anlage und Konzept der Mulangstraße 1790
Heutige Situation
Aus dem Verkehrskonzept der Schlösserverwaltung
Verbesserungen
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Um 1900 war der ursprüngliche Charakter der Mulangstraße
noch wahrnehmbar; sie erfüllte ihre Funktion als Spazierweg
für Kurgäste und als Park-Chaussee. Das Bild zeigt den
oberen Teil der Chaussee, rechts ein Mulanghäuschen.

Der gleiche Blick 2003: die Straße ist zugeparkt, es
gibt Durchgangsverkehr, Park und Chinesenhäuser sind durch
Hecken verstellt.
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Hofrat Stieders Bericht
von 1790 von der Anlage der Parkchaussee Mulangstraße:
»Jetzt kam auch die Anlage
von noch einer Chaußee, (die man die 1.te südliche Chaußee
bezeichnen könnte) hinzu. Sie fängt unten am Berge am
Fuß des Lacs bey der ersten Felsen-Masse unter Mou-lang
an, läuft durch das Dorf und verliehrt sich von Osten gegen
Westen hinter dem Thiergarten aus dem Gesichte. Um diese Gegend
noch mehr zu verschönern und von der entgegen gesetzten Seite
noch merkwürdiger zu machen, sind in der Folge noch einige
Häuser aufgebaut worden. [Die
Chaussee] hat ihre besonderen
Abwechslungen und eigentümliche Schönheiten, besonders
wenn man sie von Westen nach Osten paßirt. Kommt man den Berg
hinunter, so erblickt man gerade vor sich eine schöne Gegend,
welche fast nirgends sichtbar wird; gerade vor und auch neben sich
hat man die Häuser, rechter Hand stehet eine Windmühle
und linker Hand eine kleine Pagode, welche ein Wäldchen von
Lerchenbäumen von dem übrigen Theile von Mou-Lang absondert.«*1
Diese Chaussee, die heutige Mulangstraße, war
also als eine Mischung aus Parkchaussee und idyllischer Dorfstraße
gedacht, auf jeden Fall aber in ihrer gesamten Länge von der
Wilhelmshöher Allee bis zur Löwenburg-Chaussee als gestalteter
Teil des Landschaftsparks Wilhelmshöhe.
Prof. Hardy Fischer sendet und kommentiert das folgende Zitat:
»Verläßt man
endlich diesen Wohnplatz der Ruhe und gehet über den nahen,
in vielen Krümmungen und Abfällen bis in den benachbarten
großen See sich
ergießenden Bach, so kommt man zu dem an der südlichen
Anhöhe liegenden Dorfe Mu-Lang. Da der Geschmack der hier vormals
im chinesischen Styl erbaueten verschiedenen Häuser dem Clima
dieser Gegend nicht angemessen war, so sind selbige in neuerer Zeit
verändert und zum Theil zu einer Schweizerey nützlich
angewendet worden. Das Ländliche dieser Anlage, welches besonders
mit der Pracht des gegenüber liegenden Schlosses Wilhelmshöhe
contrastirt, kann nicht ermangeln, dem fühlenden Anschauer
Vergnügen zu gewähren.«*3
Auch hier wurde das für die »Schweizerey«,
also Milchviehhaltung notwendige Weideland für die Errichtung
der Villenkolonie Mulang verkauft
(siehe den Text unter »Villenkolonie« / »Zwei
Texte zur Gründung«, aus Schmidtmanns Erinnerungsbildern,
wo der Verkauf durch die Domänenverwaltung erwähnt wird).
So reicht die Bebauung heute bis an das Chinesische
Dörfchen Mou-lang heran und läßt es zum Appendix
der großbürgerlichen Bebauung schrumpfen. Die Dorfchaussee
mit ihrem Dorfplatz liegt unter dem Asphalt der Mulangstraße
begraben und ist zur Erschließungsstraße und schnellem
Schleichweg für den Durchgangsverkehr verkommen.
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Die Mulangstraße zweigt von der Wilhelmshöher
Allee an der »AufsichtersWohnung« ab.
Dahinter die Ayurveda-Klinik.

Etwas weiter oben: Im Hintergrund ist der schöne Wasserfall
am Ausfluß des Lac hinter Hecke und Autos kaum zu erkennen:
»Neu entstanden durch ihn [Kurfürst
Friedrich Wilhelm I] unter Leitung
des Hofgärtners Sennholz [...]
die reizvollen kleinen Kaskaden unterhalb des Lac, an deren Vollendung
der Kurfürst lebhaften persönlichen Anteil nahm.«

2003: Mulangstraße, 20 Meter vom Lac. Geparkt wird auf den
Rasenflächen des Parks und auf dem Parkweg zum Lac.

2003: Blick nach oben, Richtung Friedhof.
Die Mulangstraße muß vom Verkehr befreit werden. Sie
bildet nicht die Grenze des Parks, als welche sie jetzt wahrgenommen
wird, sondern ist eine historische Parkchaussee, die innerhalb des
Parks liegt und eine wichtige ästhetische Funktion hat. Auch
das zerteilte Dorf Mou-lang muß wieder zusammenwachsen. Auch
der historische Friedhof, auf dem der große Parkgestalter
Wilhelm Steinhofer ruht, darf nicht mehr isoliert und verlärmt
sein. |
Wie ist die heutige
Situation in der Mulangstraße (die übrigens im Prospekt
von »kassel tourist« als »Kurweg« ausgewiesen
ist)? Die Mulangstraße wird als Durchfahrtsstraße
benutzt. Durch die starken Steigungen entsteht besonders viel Lärm.
Dadurch, daß die Straße gut ausgebaut ist und nicht
von dichter Bebauung umgeben ist, wird teilweise sehr schnell gefahren.
Aus dem »Verkehrskonzept Schloß und Schloßpark
Wilhelmshöhe« der Staatlichen Verwaltung der Schlösser
und Gärten Bad Homburg von 1997 (das ist schon einige Jahre
her, seitdem hat sich aber nichts verändert):
»2.3
Mulangstraße Situation:
Die Mulangstraße wird immer mehr durch die Stadt Kassel ausgebaut.
Es besteht zwar eine Zone 30 km/h, diese wird jedoch nicht kontrolliert.
Durch den Ausbau der Straße entsteht immer mehr der Eindruck,
daß der Park auf der Nordseite der Straße beginnt. Im
unteren Bereich, Höhe Wicker-Klinik [der heutigen Ayurveda-Klinik],
wird die Straße zur Parkseite regelmäßig zugeparkt.
Bei der Zählung wurden hier im Schnitt 28 parkende Fahrzeuge
auf einer Länge von 146 m gezählt. Dadurch entsteht ein
Gefahrenpunkt, da immer wieder Fahrzeuge bei Gegenverkehr auf den
Gehweg ausweichen. Daß es noch zu keinem schweren Unfall kam,
ist ein Wunder. Im Frühjahr 1997 wurden durch die Stadt Kassel
zwar Parkverbotsschilder aufgestellt, diese betreffen aber nur die
kritischsten Bereiche z.B. in den Kurven. Im Bereich Hugo-Preuß-Str.
bis Schloßteichstraße parken die Fahrzeuge oft auf dem
Gehweg. Dadurch kann der Gehweg nur schwer von Fußgängern
benutzen werden. Darüber hinaus gestaltet sich der Winterdienst
sehr schwierig, teilweise ist ein Streuen nicht möglich.
Bei einer Verkehrszählung am 17. September 1997
wurden ca. 1000 Fahrzeuge gezählt, welche die Mulangstraße
in Höhe der Kurhausstraße befuhren. Hier ist eine effektive
Reduzierung dringend notwendig.«
[Zumal in Höhe der Kurhausstraße die Fahrzeuge nicht
mitgezählt sind, die vorher in Wigand- und Schloßteichstraße
abgebogen sind, was etwa die Hälfte sein dürfte.]
»2.3.1
Maßnahmen durch die Stadt Kassel, die Wicker-Klinik und durch
die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten
Ziel muß sein, den ruhenden Verkehr und den Durchgangsverkehr
aus der Straße Mulang her-auszunehmen und die Einheit des
historischen Bereichs »Mulang« wiederherzustellen und
die Zugehörigkeit zum Schloßpark wieder herauszuarbeiten.
Stadt Kassel Ein weiterer Ausbau der Mulangstraße
(Verbreiterung, Asphaltierung) findet nicht statt. Entlang der Straße
Mulang werden Parkverbotsschilder aufgestellt und Kontrollen durchgeführt.
Die Straße Mulang wird als Anliegerstraße eingerichtet.
Zusätzliche Fußgängerüberwege in Höhe
der Schloßparkzugänge werden eingerichtet.
Wicker-Klinik Die Wicker-Klinik optimiert
ihr Angebot an Betriebsangehörige und Kurgäste zur alleinigen
Nutzung der eigens für diese Anlage erbauten Tiefgarage, um
den ruhenden Verkehr von der Straße zu holen. Darüber
hinaus steht ausreichend Parkraum auf den öffentlichen Parkflächen
an der Endhaltestelle Wilhelmshöhe zur Verfügung.
Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten
Die Hecken auf der Schloßparkseite werden teilweise
entfernt oder versetzt, um die Einheit des Bereichs Mulang und die
Zugehörigkeit zum Schloßpark zu verdeutlichen.«
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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Die »Königs-Chaussee« Ende 1998, also die
Verlängerung der Wilhelmshöher Allee in den Park hinein
und aufs Schloß zu. Heute ist dieses in der Blickachse gelegene
Areal für den Park optisch zurückgewonnen. |
Das einzige Beispiel
einer Verbesserung in den vielen Jahren seit der Positionierung
des Bergparks Wilhelmshöhe auf der UNESCO-Tentativliste 1986
und seit der Erlangung des Prädikats »Bad«:
Der häßliche Parkplatz in der Sichtachse am Übergang
der Wilhelmshöher Allee in die Rasenallee wurde im Jahre 2002
aufgelöst und zum Park passend gestaltet. Vor allem der Ortsbeirat
Wilhelmshöhe / Wahlershausen hatte sich hierfür eingesetzt
und Verfügungsmittel freigegeben. Hier sei an die Abschiedsworte
des hochverdienten Ortsvorstehers Wilhelmshöhe / Wahlershausen,
Herrn Konrad Saure (CDU) erinnert, der als Abschiedswunsch für
seinen Stadtteil die dringend fällige Verkehrsverminderung
nannte.
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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Lärm in Park und
Kurgebiet
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| »Es
bleibt somit weltweit eines der ungeklärten anthropologischen
Rätsel, weshalb der menschliche Forschergeist, der unablässig
an der Minimalisierung der Dinge oder Probleme arbeitet, keinerlei
Anstrengung unternimmt, den Geräuschpegel herabzusetzen. Gott
muss eine tiefe Furcht vor der Stille in des Menschen Herz gepflanzt
haben, eine Art Angst davor, dass der zweite Sündenfall uns das
Paradies zurückbrächte.« (Andrea Köhler,
NZZ vom 10.12.2003) |
Ohne Rücksicht auf das Kurgebiet
und seine Gäste, ebenso ohne Rücksicht auf die künftigen
UNESCO-Welterbestätten werden beliebig lärmige
Veranstaltungen im Bergpark Wilhelmshöhe und in der Peripherie
genehmigt. Überschreitungen der für Kur- und Wohngebiete
genau festgelegten zulässigen Lärm-Immission werden offenbar
jederzeit hingenommen. Haupt-Lärmzentren sind das HR-Gelände
auf der ehemaligen Domäne zu Füßen des Parks, die
Schloßwiese im Park und die Tennisplätze
unmittelbar neben der Ayurveda-Klinik und dem Burgfeld-Krankenhaus
in Bad Wilhelmshöhe. Auf diesen Plätzen, die seit vielen
Jahren von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten
gepachtet sind, finden auch gern mehrtätige Open-Air- bzw.
Zelt-Veranstaltungen statt, die nicht nur »jedes Zelt zum
Beben« bringen, sondern auch die Gäste und Patienten
der Kliniken:

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Nachweise
*1 A. Holtmeyer (Hg.): W. Strieders Wilhelmshöhe,
Marburg 1913
*2 Jürgen Fechner: Luftqualität im Kurbezirk Wilhelmshöhe
Was tun?, in: Bürgerverein Wilhelmshöhe/Wahlershausen
(Hg.): Magazin »WW«, Kassel, Dezember 1992
*3 W. Döring: Beschreibung des Kurfürstlichen Landsitzes
Wilhelmshöhe bey Kassel. Mit Kurfürstlich Hessischem gnädigsten
Privilegio, Cassel 1804
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